Die Einführung von Oxidkeramiken in der Zahnmedizin führte zu neuen Behandlungsoptionen für Patienten und Zahnärzte. Im Vergleich zu anderen Oxidkeramiken zeigt Zirkonoxid bisher hervorragende biomechanische Eigenschaften.

In einem aktuellen Fachartikel in der pip-Ausgabe 4/2018 gehen die Autoren Dr. Ulises Calderon und Dr. Stefan P. Hickling (beide Universität Genf) näher auf Zirkonoxid-Implantate ein.

Auszug aus dem Artikel: „Seit seiner Einführung in der Zahnmedizin wird Zirkonoxid als Gerüstmaterial für Vollkeramikkronen und festsitzende Restaurationen sowie für Implantat-Sekundärteile verwendet. Aufgrund seiner Materialeigenschaften und seiner zahnähnlichen Farbe ist Zirkonoxid heutzutage oft auch das Material der Wahl für Zahnimplantate. Humanstudien haben eine im Vergleich zu Titan reduzierte Bakterienadhäsion auf Zirkonoxid sowie eine geringere Anzahl von Entzündungszellen im periimplantären Weichgewebe belegt. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass um Implantate aus Zirkonoxid möglicherweise weniger Periimplantitis auftritt als um Titanimplantate. In einer vor kurzem veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeit [1] betrug die Gesamtüberlebensrate von ein- und zweiteiligen Zirkonoxid-Implantaten nach einem Jahr Funktion 92 % (95 % KI 87-95). Dieser Übersichtsarbeit zufolge scheint es, dass Zirkonoxid-Implantate als metallfreie Alternative zu Titanimplantaten dienen könnten. Andererseits ist darauf hinzuweisen, dass noch nicht genügend Daten zur langfristigen Leistungsfähigkeit von Zirkonoxid-Implantaten vorliegen. Es sind weitere klinische Studien erforderlich, um mehr Daten über die langfristig zu erwartenden Behandlungsergebnisse zu erhalten. In diesem Zusammenhang sind Fallberichte nützlich, um die Risikofaktoren für technische und biologische Komplikationen bei Zirkonoxid-Implantaten zu identifizieren.“