Don Casey heißt in den USA ein berühmter Basketball-Coach und tatsächlich könnte man sich den drahtigen neuen CEO von Dentsply Sirona auch in dieser Rolle vorstellen, wenn man ihm gegenübersitzt. Doch „dieser” Don Casey ist Repräsentant eines globalen Konzerns mit mehr als 15.000 Mitarbeitern. pip sprach mit dem Chief Executive Officer und Mitglied des Aufsichtsrats von Dentsply Sirona anlässlich des Internationalen Ankylos-Kongresses Ende Juni 2018 in Berlin.

pip: Sie haben eher medizinischen als zahnmedizinischen Hintergrund – was sehen Sie nach Ihrer ersten Zeit als CEO von Dentsply Sirona als die größten Unterschiede dieser beiden Bereiche?

Don Casey: Eher wenige – in beiden Bereichen bewegen wir uns von Einzellösungen oder gar einzelnen Produkten hin zu kompletten Lösungsketten, bei denen immer mehr unterschiedliche Personen und Bereiche eingegliedert sind. Es geht also nicht mehr nur darum, die für die einzelnen Bereiche besten Produkte bereitzustellen, sondern um in sich stimmige Prozessketten. Wir als Dentsply Sirona sind dabei in der Zahnmedizin absolut wegbereitend und bieten in einigen Disziplinen bereits völlig geschlossene und funktionelle Workflows.

pip: Bedarf dieser Wandel nicht eines ganz anderen Ansatzes in der Aus- und Weiterbildung?

Don Casey: Absolut – und zwar nicht nur bei unseren Kunden, sondern auch bei unseren Fachberatern.  Wir werden alle mehr in vernetzten Prozessen denken und arbeiten, und für uns ist der Name „The Dental Solutions Company“ dabei Programm ebenso wie Verpflichtung. Wir werden nicht nur die Hard- und Software bereitstellen, sondern in modernsten Fortbildungseinrichtungen, wie auch der soeben in Bensheim neu eröffneten Sirona Academy, unseren Kunden die Möglichkeit geben, diese Prozesse für sich zu entdecken und zu trainieren.

pip: Man spürt hier in Berlin seit langem wieder einmal dieses „Ankylos Family“-Flair, das in letzter Zeit, besonders in Deutschland, zwar viel heraufbeschworen wurde, aber nicht mehr wirklich spürbar war. Wie wollen Sie die Balance finden, einerseits als globaler Dentalkonzern die Herausforderungen der Zukunft technisch und in komplexen Märkten bewältigen zu können, dabei aber für Ihre Kunden „anfassbar“ und ansprechbar zu bleiben?

Don Casey: Es gibt da überhaupt nichts zu beschönigen: In den Phasen der diversen Zusammenschlüsse und Neustrukturierungen zur heutigen Dentsply Sirona sind Fehler gemacht worden. Ich verstehe, dass sich einige unserer Ankylos-Anwender, die zum Teil noch aus der Ära einer Degussa abstammen, über gewisse Strecken zu wenig beachtet und wertgeschätzt fühlten. Mir ist – das habe ich auch bei der Eröffnung dieses Kongresses sicherlich deutlich gemacht – wichtig zu sagen, dass Ankylos als weltweit langzeitig und am besten dokumentiertes Implantatsystem für Dentsply Sirona ein erklärtes Herzstück des Systemangebotes ist. Es wird mit am meisten von den neuen Möglichkeiten, die speziell bei den digitalen Arbeitsprozessen über unsere heutige Unternehmensstruktur geboten werden können, profitieren. Ankylos mag ein lange am Markt bestehendes System sein – aber Qualität wird niemals unmodern, und Ankylos war und ist mit vielen technischen und Design-Eigenschaften seiner Zeit oft voraus. Auch die Tatsache, dass das neue, wirklich bahnbrechende Retentionselement Acuris zuallererst für das Anyklos-System eingeführt wird, soll Ausdruck unserer besonderen Wertschätzung der uns teilweise seit über 30 Jahren in Treue verbundenen Kunden sein.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.