Bakterien sind offenbar sehr soziale Wesen: Ein Forscherteam um Prof. Hyun Koo an der Universität Philadelphia hat herausgefunden, dass erst das Zusammenwirken von Mundkeimen in einer speziellen Anordnung Karies entstehen lässt. In hoch auflösenden mikroskopischen Aufnahmen wiesen sie in Zahnbelägen dreidimensionale bakterielle Strukturen nach. Streptococcus mutans war hierbei jeweils von mehreren ringförmigen Schichten aus weiteren Streptokokkenarten und anderen Bakterien umgeben, als Gerüstsubstanz diente ein vom Karieserreger produziertes aus Glukoseeinheiten bestehendes Polymer. Diese Art Ringwall dient auch als Schutz vor Antibiotika: Erst wenn die Substanz enzymatisch aufgebrochen wird, lassen sich die Streptokokken antibiotisch abtöten. Von den Ergebnissen versprechen sich die Forscher verbesserte Möglichkeiten der Beseitigung von Zahnplaques, um Karies bereits im Anfangsstadium zu verhindern.

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