„Strategische Expansion statt Ausverkauf“ war das Interview mit Bego-Gesamtgeschäftsführer Christoph Weiss in der Mai-Ausgabe pip 2018 betitelt, in dem er sich sehr offen zu den anstehenden Plänen äußerte, sich für den Bereich Bego Implant Systems einen Partner zu suchen, um sich für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen. Zum Jahresende begann sich herum zu sprechen, dass sich die zum Teil weit fortgeschrittenen Pläne wieder zerschlagen haben. Wie geht es nun weiter, wollte pip wissen.

pip: Wollte Sie keiner haben, oder waren Sie zu zickig?

Christoph Weiss: Bego Implants Systems wäre sicher ein besonders strahlender Schmuckstein in vielen Kronen gewesen, aber letztlich hat uns bei verschiedenen Interessenten das Gesamtpaket als inhabergeführtes Unternehmen und mit Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Kunden nicht geschmeckt. Und ich habe ja auch damals in unserem ersten Interview bereits betont, dass wir auch durchaus weiterhin selbständig bleiben könnten.

pip: Zum Teil verwunderte, wie offen der Stand der Verhandlungen in der Szene diskutiert wurde – „BEGO Leaks“ oder gingen Sie ganz bewusst so offen damit um?

Christoph Weiss: Ich bin bekanntermaßen ein sehr offener Chef und lebe nach dem Motto, „die beste Lüge ist die Wahrheit“. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass in der kleinen Dental-Branche meine Mitarbeiter von solchen Gesprächen nicht direkt von mir selbst, sondern von dritten Stellen erfahren, und habe deswegen sehr bewusst eine sehr offene Diskussion gewählt. Ich bin mir sicher, dass die Mitarbeiter das auch sehr zu schätzen wussten.

pip: Sie haben im damaligen Interview sehr nachvollziehbar die Gründe genannt, wieso die BEGO Implant Systems sich einen strategischen Partner suchen will, um für die globalen Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Die Rahmenbedingungen sind ja unverändert – wie wollen Sie es nun doch aus eigener Kraft angehen?

Christoph Weiss: Die aktuelle Marktsituation mit all ihren kurz-und mittelfristigen Herausforderungen weckt in mir persönlich den sportlichen Ehrgeiz. Wir haben ein sehr gutes Team und hervorragende Produkte, und letztlich steht ja BEGO Implant Systems auch nicht im luftleeren Raum, sondern ist Teil unserer BEGO Unternehmensgruppe. Es gibt eine Vielzahl von Synergien zu den übrigen Geschäftsbereichen, die für die Problemstellungen unserer Kunden in der Zukunft sehr vielversprechende Lösungen bieten. Diese werden wir für uns jetzt noch entschlossener realisieren.

pip: Herzliches Danke für Ihre Offenheit und dieses Gespräch.