Bereits im zehnten Jahr in niedergelassener Praxis, zunächst
 in Ergoldsbach und dann in Landshut tätig, beschloss Dr. Alexander Beck, seine Ausbildung um den Masterstudiengang der DGI für Orale Implantologie und Parodontologie zu erweitern. Dass es nach einer Zeit des Wartens mit dem Studiengang erst klappte, als privat ein Zwillingspärchen im Anmarsch war, darf man getrost als weiter verschärfende Umstände bezeichnen. Wie er den Master berufsbegleitend erlebt und ob sich der finanzielle und zeitliche Aufwand wirklich gelohnt hat, wollte pip im Gespräch mit Dr. Beck wissen.

pip: Als niedergelassener Zahnarzt dürfen Sie doch eh fröhlich drauflos implantieren – was hat Sie bewogen, noch einen Master-Studiengang zu absolvieren?

Alexander Beck: Ich hatte von Anfang an für meine Praxis das Konzept, alles unter einem Dach anbieten zu wollen, sowohl die Chirurgie als auch die Prothetik.
Unserer Beobachtung nach werden die Patienten aber auch anspruchsvoller, besonders im ästhetischen Bereich. Da wollte ich auch für mich persönlich schon bestmöglich gerüstet sein, und das ist man mit der universitär erworbenen Ausbildung in diesem Bereich ganz sicher nicht.

pip: Was waren für Sie persönlich die wichtigsten Lerninhalte und -erfolge des Studiengangs?

Alexander Beck: Bei jedem Modul hatten wir
 andere Dozenten, lernten andere Kliniken und Praxen kennen und damit
 ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Lehrmeinungen und Konzepte,
 aus denen ich mir das für mich Beste
 zusammenstellen konnte. Sie lernen auch viele verschiedene OP-Techniken, -Abläufe und das gesamte verfügbare moderne Instrumentarium kennen. Überzeugend war für mich daneben, dass nicht nur die Implantologie, sondern auch die Parodontologie Inhalt dieses Master-Studiengangs war. Fortschritte in diesem Bereich sind ja nicht minder dynamisch. Die vielen praktischen Übungsinhalte gaben mir zusätzliche Sicherheit, und nicht zuletzt auch der Austausch mit Kollegen, der mit vielen bis heute sehr intensiv anhält, hat meine eigene Praxis enorm bereichert.

pip: Wie hat sich bereits im Laufe der Ausbildung und später nach Abschluss Ihre klinische Tätigkeit verändert?

Alexander Beck: Da jedes Modul eine in sich geschlossene Thematik behandelt, ließen sich viele Lerninhalte ,on the go‘ sofort umsetzen und in die tägliche Praxis integrieren. Das machte für mich nicht nur die Herangehensweise deutlich entspannter und sicherer. Die praktischen Lerninhalte wie z. B. die bei Experten erlernten Schnittführungs- und Naht-Techniken und Techniken des Weichgewebsmanagements zeigten sofortige Auswirkungen in meinem Praxisalltag.

pip: Wie entstand die Themenfindung für Ihre Master-Arbeit?

Alexander Beck: Ich arbeite eigentlich von Anfang an mit den BoneTrust-Implantaten von Medical Instinct, noch aus der Schule von Dr. Krebs und meiner ersten praktischen Tätigkeit in Ergoldsbach und dem UCLA-Study-Club heraus. Es lag nahe, ein Thema aus der eigenen Praxis zu wählen. Ich fand auch sehr spannend, meine eigene klinische Tätigkeit einmal einer wissenschaftlichen Überprüfung zu unterziehen – wann bekommt man schon einmal eine solche Gelegenheit? Die Knochenstabilität um Implantate zu beobachten und zu beurteilen, war daneben auch als Thema grundsätzlich sehr spannend.

pip: Wie wichtig war für Sie als Praktiker die wissenschaftliche Arbeit und welches Ergebnis Ihrer Master-Arbeit hat sich für Sie praktisch niedergeschlagen?

Alexander Beck: Es war durchaus eindrucksvoll, eigene klinische Beobachtungen auch wissenschaftlich zu untermauern. Nun habe ich mit dem BoneTrust-System durchweg sehr gute Ergebnisse, damit traf mich das Ergebnis meiner Untersuchungen einer langzeitstabilen Situation um diese Implantate nicht wirklich überraschend, aber die Messungen waren für mich doch weiter aufschlussreich.

pip: Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit dem Hersteller der BoneTrust-Implantate?

Alexander Beck: Das Unternehmen ist in der Größe noch sehr überschaubar, damit entsteht ein nahezu familiärer, sehr direkter und unkomplizierter Kontakt. Gleichzeitig ist Medical Instinct wiederum erstaunlich innovativ und kommt immer wieder mit neuen Ideen und Entwicklungen heraus, die absolut am Puls der Zeit sind – ob im Bereich der navigierten Implantologie, bei der Versorgung mit temporären Mini-Implantaten, einem Keramik-Typ und vielem mehr. Über die reine Hardware hinaus finden wir bei Medical Instinct auch eine gute Betreuung im Praxismarketing. Und während sich andere wegducken, wenn ich als Kunde mit eigenen Ideen komme, treffe ich bei Medical Instinct stets auf weit ausgebreitete Arme.

pip: Den finanziellen und zeitlichen Aufwand des Masterstudiengangs retrospektiv betrachtet: Würden Sie Kollegen empfehlen, es Ihnen gleichzutun?

Alexander Beck: Na, meine Frau fragen Sie besser nicht, ob das eine gute Idee war. Es ist ambitioniert, sowohl finanziell als auch vom Zeitaufwand her, berufsbegleitend so einen Studiengang zu absolvieren. Trotzdem würde ich aber zutiefst überzeugt sagen, dass es sich gelohnt hat. Nicht zuletzt der Austausch von Wissen und Erfahrungen mit Kollegen, auch über die reine gemeinsame Studienzeit hinaus, ist so intensiv und nachhaltig durch keine andere Fortbildungsform zu erreichen.

pip: Herzliches Danke für Ihre Zeit und dieses Gespräch!