Eine faszinierende Sache ist in der trotz vieler globaler Zusammenschlüsse in Teilen immer noch traditionell mittelständischen Dentalindustrie, auf welch denkwürdigen Zufällen die Gründung heute höchst modern und innovativ da stehender Unternehmen beruht. So war es der Feinmechaniker mit Unternehmergeist David Mosimann, der in einem Dorfbistro von Moutier, im Herzen der Schweizer Uhrenmacher-Region, mit einem Zahnarzt ins Plaudern kam, der sich über die mangelnde Leistung seiner rotierenden Instrumente beklagte. Statt mit der Schulter zu zucken und in die Klage einzustimmen, stürzte sich Mosimann ins Abenteuer und entwickelte seine ersten Handstücke. 1959 wurde dann in der berühmten Garage die Firma Bien-Air ins Leben gerufen. pip sprach zum Jubiläum mit CEO Edgar Schönbächler.

pip: Was machte damals den gewissen Unterschied – und was bis heute?

Edgar Schönbächler: Die Nähe zum Kunden war und ist unser Markenzeichen. Getreu der Gründungsgeschichte von Bien-Air wollen wir auch heute und in Zukunft ein offenes Ohr für den Kunden haben. Die Persönlichkeit und der Sinn fürs Ganze Herrn Mosimanns werden mir immer eine Inspiration bleiben. Es sind immer noch die Menschen, die den Unterschied machen. Wir wollen unseren Kunden ein starker Partner sein, für den persönlicher Kontakt und Engagement nicht nur Marketing- Schlagworte sind, sondern von jedem Mitarbeiter gelebt werden.

pip: Welches war der nächste Meilenstein in der Bien-Air Geschichte?

Edgar Schönbächler: Innovation stand bei
 Bien-Air immer in den Diensten des 
Kunden. Nachdem wir in den 60er-
Jahren den Markt mit den damals
 weltberühmten Gyro-Turbinen aufgerüttelt hatten, kamen in den 70er-
Jahren die ersten Elektromotoren auf
 den Markt, bei denen Bien-Air schnell 
eine Führungsposition einnahm. Sie erlauben in Kombination
 mit Hand- und Winkelstücken schnelleres und effizienteres Arbeiten dank einer mehrfach höheren Durchzugskraft und einer besseren Kontrolle. Als Spezialist für rotierende Instrumente haben wir die grundlegenden Technologien stets weiterentwickelt. So haben wir sehr früh autoklavierbare bürstenlose Motoren entwickelt, mit denen wir auch im chirurgischen Bereich Meilensteine gesetzt haben. Seit mehreren Jahren bauen wir auch unser Dienstleistungsangebot aus und bieten dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu Beschaffung, Unterhalt und Finanzierung seines Instrumentenparks an.

pip: Wann begannen Sie sich im Bereich der Chirurgie und Implantologie besonders zu engagieren?

Edgar Schönbächler: Die Chirurgie ist eigentlich ganz natürlich zu uns gekommen. Oralchirurgen haben, wie die Generalisten, hohe Anforderungen an das Material. Die teils hochkomplexen chirurgischen Interventionen müssen präzise, sicher und schnell ausführbar sein. Dazu muss es einfach zu benutzen und absolut zuverlässig sein. Alles Eigenschaften, die wir uns als Schweizer Unternehmen auf die Fahne geschrieben haben. Wir haben eine lange Geschichte in der Oralchirurgie mit unseren Chiropro- Systemen. Robust, einfach und absolut preiswert, sind wir damit heute bei der dritten Generation angelangt. Bei allen steht Bedienerfreundlichkeit an erster Stelle, der Oralchirurg und die Assistenz will sich ja um den Patienten kümmern und nicht um das Equipment. Allen gemeinsam sind unverwüstliche Hand- und Winkelstücke sowie unsere führende Motorentechnologie. Unterschiede gibt es in den Konsolen, bei denen wir verschiedene Bedieneroberflächen anbieten, die vom einzigartigen Bedienknopf bis zum übers Apple iPad bedienbaren Gerät gehen, das hinsichtlich der Optionen keine Wünsche offenlässt.

pip: Von einem Dorfbistro in Moutier in die ganze Welt …?

Edgar Schönbächler: In den 60 Jahren sind wir zu einem internationalen Unternehmen herangewachsen. Wir sind stolz auf unsere Schweizer Wurzeln, und als Familienunternehmen liegt uns sehr viel an einer langfristigen Strategie, was für unsere Kunden und Partner ein Versprechen für Stabilität und nachhaltige persönliche Beziehungen ist. Qualität ist nur einer unserer typischen Schweizer Werte, die von allen Mitarbeitern getragen wird. Für die Rekrutierung unserer Fachkräfte in allen Bereichen können wir uns auf ein dichtes lokales Netz an hochklassigen Ausbildungsstätten stützen. Unser weitläufiges Vertriebs- und Servicenetz hat neun Niederlassungen, eine davon in Freiburg im Breisgau. Dem deutschen Team um Niederlassungsleiter Peter König und Verkaufsleiterin Pia Richter darf man sicher ein Kränzchen winden, denn sie schaffen mit überdurchschnittlich hohem persönlichen Einsatz eine enorme Präsenz beim Behandler, ob im persönlichen Gespräch, bei Workshops oder vielen anderen Veranstaltungen. Stetig und immer im Sinne des Firmengründers David Mosimann, der das Zuhören und Eingehen auf die besonderen Bedürfnisse des Kunden in seinem Unternehmen über alles stellte.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch, Herr Schönbächler.