Biofeedback-Schiene kann zur Reduktion von Wach- und Schlafbruxismus eingesetzt werden. Zu den jüngsten Innovationen zählt die Biofeedback-Schiene bruXane mit einem integrierten Drucksensor.

In deutschen Schlafzimmern knirscht es gewaltig: Etwa jeder fünfte Erwachsene leidet an Bruxismus [1]. Entsprechend häufig diagnostizieren Zahnärzte erhebliche Zahnhartsubstanzverluste als Folge des Knirschens. Die Deutsche Gesellschaft für Funktions­diagnostik und -therapie (DGFDT) hat nun gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) erstmals eine S3-Leitlinie zum Bruxismus entwickelt [2]. Zahnärzte erhalten damit eine Orientierungshilfe und eine evidenzbasierte Handlungsanweisung zur Diagnose und Behandlung von Schlaf- und Wachbruxismus.

Fest steht: Bruxismus ist keine Krankheit, sondern eher eine schlechte Angewohnheit. Diese kann jedoch neben dem Verlust von Zahnhartsubstanz und/oder Restaurationsmaterialien auch zu Gingivarezessionen und hypertrophen Kaumuskeln führen. Der Patient hat nicht nur einen gestörten Schlaf, sondern häufig auch überempfindliche Zähne, Kopfschmerzen sowie Schmerzen in den Kiefergelenken und der Kau- beziehungsweise Nackenmuskulatur.

Biofeedback kann Knirschen reduzieren

Ursächlich für den Bruxismus sind laut Leitlinie zunehmend psychologische Faktoren wie emotionaler Stress, Angststörungen und Schlafstörungen. Das Zusammenpressen der Zähne dient dabei unbewusst als Stressabbau. Die Biofeedback-Behandlung zielt darauf ab, dass die Betroffenen ihre Kaumuskelfunktion bewusst regulieren und wird von den Autoren der Leitlinie zur Reduktion beider Knirsch-Aktivitäten empfohlen.

Knirsch-Hinweis für das Unterbewusstsein

Zu den jüngsten Innovationen zählt die Biofeedback-Schiene bruXane mit einem integrierten Drucksensor. Sie beginnt zu vibrieren und sendet einen Summton, sobald der Träger zubeißt. So erfolgt gleichzeitig ein haptischer und akustischer Hinweis auf das Zähneknirschen. Sobald der Kaudruck nachlässt, stoppen die Signale, so dass der Träger der Oberkieferschiene unterbewusst darauf konditioniert wird, weniger und kürzer zu Knirschen. Dadurch wird laut einer Kasuistik zur „Therapie des Bruxismus mit Biofeedbackapparatur“ ein positiver Therapieeffekt auf den Bruxismus mit langfristigem Nachlassen erzielt.[i]Die Schiene ist wahlweise mit einem Speichermodul ausgestattet, das die Knirsch-Aktivität aufzeichnet. Die auslesbaren Daten liefern wertvolle Hinweise auf die Ursachen des Schlafbruxismus. So kann der Patient genau nachvollziehen, welche aktuellen Lebensum­stände sein Knirschen beeinflussen.

Die bruXane Aufbissschiene ist in zwei Varianten erhältlich:

bruXane personal ist individuell für den Patienten hergestellt und mit einem Vibrationsmodul und optional einem Microcontroller für die Aufzeichnung der Knirsch-Aktivität ausgestattet. Die Datenauslesung kann wahlweise erfolgen. Der induktiv aufladbare Akku hat eine Lebensdauer von ca. zwei Jahren.

bruXane 2go ist in einer Einheitsgröße mit einem Vibrationsmodul erhältlich. Die Tragedauer beträgt maximal zwei Monate. Sie eignet sich sehr gut, um die Schmerzlinderung mittels Biofeedback zu testen und bietet damit eine Entscheidungshilfe für die bruXane personal.

[1] Manfredini D, Winocur E, Guarda-Nardini L, Paesani D, Lobbezoo F. Epidemiology of bruxism in adults: a systematic review of the literature. J Orofac Pain 2013;27:99-110.

[1] DGFDT, DGZMK: S3-Leitlinie (Langversion): Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. Abgerufen unter: https://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/083-027_S3_Bruxismus_Langversion_01.pdf am 12.09.2019

[1] Hoeffler K-R. Therapie des Bruxismus mit Biofeedback Apparatur. J Craniomandib Func 2017;9:225-236.