2010 wurde der „Verein innovativ-praktizierender Zahnmediziner/innen“ als eine neue wissenschaftliche und politische Interessenvertretung der Zahnmediziner in Deutschland gegründet. Dieser erlebt seitdem einen regen Mitgliederzuwachs von Zahnmedizinerinnen und Zahnmedizinern, die sich in vielen Verbänden nicht mehr ausreichend wahrgenommen fühlen und auch auf angebotenen Veranstaltungen nicht mehr die für ihren Praxisalltag brennenden Fragen beantwortet sehen. pip sprach mit dem VIP-ZM-Wissenschafts- und Fortbildungsleiter Zahnarzt Gerhard Quasigroch aus Oldenburg über die Ziele des Vereins und den anstehenden internationalen Kongress.

pip: In Deutschland gibt es auf dem Implantat-Sektor bereits eine ganze Anzahl etablierter Fachgesellschaften.

ZA Quasigroch: Der VIP-ZM ist seit diesem Jahr auch Repräsentant der Schweizer Internationalen Gesellschaft für Osseointegration, Wissenschaft und Forschung. Diese Zusammenarbeit fruchtete in einer engen Kooperation mit Prof. Dr. Jean-Pierre Bernard von der Universität Genf, dessen seit 15 Jahren etabliertes CITC – Clinical-Implantology-Training-Concept grandios und einzigartig ist. Die Kursteilnehmer selbst führen – unterstützt durch kollegiale SIAO-Diplomaten – die Aufklärung, Planung, Implantation und Implantat-Prothetik innerhalb einer kleinen Gruppe in ihrer Praxis bei ihren eigenen Patienten durch! Ich kenne etliche Kolleginnen und Kollegen, die ein Curriculum oder gar einen Master gemacht haben, aber praktisch gesehen überhaupt keine Erfahrungen gesammelt haben. Dabei ist jeder chirurgisch-arbeitende Zahnarzt in der Lage, gut 95 % seiner Patienten selbst implantologisch und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu versorgen! Los geht es Mitte Februar in 20 Städten zu maximal sechs Teilnehmern pro Region.

pip: Was hat es mit dem neuen „Curriculum Implantologie & Implantatprothetik SIAO“ auf sich?

ZA Quasigroch: Der VIP-ZM ist seit diesem Jahr auch Repräsentant der Schweizer Internationalen Gesellschaft für Osseointegration, Wissenschaft und Forschung. Diese Zusammenarbeit fruchtete in einer engen Kooperation mit Prof. Dr. Jean-Pierre Bernard von der Universität Genf, dessen seit 15 Jahren etabliertes CITC – Clinical-Implantology-Training-Concept grandios und einzigartig ist. Die Kursteilnehmer selbst fuhren – unterstützt durch kollegiale SIAO-Diplomaten – die Aufklärung, Planung, Implantation und Implantat-Prothetik innerhalb einer kleinen Gruppe in ihrer Praxis bei ihren eigenen Patienten durch! Ich kenne etliche Kollegeninnen und Kollegen, die ein Curriculum oder gar einen Master gemacht haben, aber, praktisch gesehen, überhaupt keine Erfahrungen gesammelt haben. Dabei ist jeder chirurgisch-arbeitende Zahnarzt in der Lage, gut 95 % seiner Patienten selbst implantologisch und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu versorgen! Los geht es Mitte Februar in 20 Städten zu maximal sechs Teilnehmern pro Region.

pip: Worin unterscheidet sich der VIP-ZM und die SIAO im Vergleich zu anderen Fachgesellschaften?

ZA Quasigroch: Die dentale Implantologie dient als erstes dem Patienten! Und eine gute Fachgesellschaft dient der individuellen Praxis und den Kolleginnen und Kollegen, die darin arbeiten. Angefangen bei der Planung und Forensik: viel industriell-technische Hochaufrüstung dient nur den Geldbeuteln der Industrie, nicht den Interessen der Patienten oder der Praxen. Die SIAO unterstützt z. B. die deutsche Leitlinie, dass ein DVT nur in seltenen Fällen indiziert sei. Hinzu kommt noch ein wichtiger Aspekt von Prof. Bernard: Implantologie ist kein ,zu mystifizierendes Monstrum‘, sondern im Gegenteil ein spezielles Fach unter vielen interessanten Aspekten moderner Zahnmedizin. Dementsprechend muss Implantologie auch einfach gehalten werden: ohne großes Investment und mit einfachen, aber effizienten Instrumenten sollte jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt – auch nur halbtags arbeitend – in der Lage sein, moderne Implantologie in der Praxis anbieten und selbst durchführen zu können.

pip: Warum findet der VIP-ZM Kongress im Mai 2018 denn im polnischen Krakau statt?

ZA Quasigroch: Im Zuge meiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim VIP-ZM bin ich sehr oft an polnischen Universitäten zu Fachkongressen eingeladen worden und kenne daher unser Nachbarland recht gut. Als VIP-ZM schauen wir auch sehr gerne über den Tellerrand. Es wird für viele höchst erstaunlich werden, auf welch hohem Niveau in Polen sowohl in den Praxen als auch an den Universitäten gearbeitet wird. Ich bin übrigens der Meinung, dass uns manche Länder inzwischen sogar überholt haben, was Aus- und Weiterbildung der neuen Zahnärzte-Generation und der Behandlungsstandards anbelangt. Dort gibt es eben weniger politische Bremsklötze als bei uns. Krakau selbst gehört zu den schönsten Städten Europas überhaupt und bietet auch im Rahmenprogramm äußerst viel, zumal wir den VIP-ZM-Kongress vom Oktober auf das Himmelfahrtswochenende im Mai gelegt haben. Wir haben tolle, frische und namhafte Referenten, die allesamt auch in der Praxis tätig sind. Kurssprache ist deutsch, es wird aber simultan ins Englische, Französische und Polnische übersetzt. Auch Streitgespräche wird es geben, und natürlich am Freitagabend eine tolle Live-Band mit fetziger Musik und gutem Essen! Es wird also kein Gala-Abend mit Schlips. Das vorläufige Programm kann man ja bereits auf der VIP-ZM Homepage www.vip-zm.de einsehen.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.