pip pro & contra fasst stets heiße Eisen an, aber die Veröffentlichung im Dezemberheft, in dem das Für und Wider einer besonderen Wasserhygiene in der Praxis beschrieben wurde, sorgte in hohem Maße für Wirbel. Zeit, einen Zahnarzt zu Wort kommen zu lassen, der sich schon in seiner Dissertation diesem gewichtigen Aspekt widmete – pip sprach mit Dr. Tobias Neumann aus dem brandenburgischen Templin.

pip: Einige Ihrer Kollegen warfen uns nach unserem pro & contra im Dezember vor, Hygienebeauftragte erst auf ein Problem aufmerksam zu machen, wo gar keines sei.

Tobias Neumann: Dabei haben Sie dort ja auch alle zu Wort kommen lassen, die eine besondere Wasserhygiene als unnötig erachten. Es war ja keine einseitige Betrachtung des Sachverhalts.

pip: Wie sind Sie überhaupt auf dieses besondere Thema gekommen?

Tobias Neumann: Wie das so
ist: Man sucht ein spannendes Dissertationsthema, will nicht die immer
selben Themen nur leicht
abgewandelt wiederkäuen, und so kam ich darauf, mir die Wasserhygiene in zahnärztlichen
Einrichtungen vorzunehmen. Letztlich, weil mir
persönlich aufgefallen
war, wie eklig es in teils
recht neuen Einheiten
aussah, obwohl die Herstellerempfehlungen penibelst eingehalten wurden. Ich entdeckte damals, dass trotz Intensiventkeimung mit H2O2
 die Grenzwerte für Trinkwasser von 100 koloniebildenden Einheiten pro ml schon nach nur 24 Stunden um ein Vielfaches überschritten wurden.

pip: Wie erklärt sich das?

Tobias Neumann: Die Chemikalien treffen nur auf die äußere Hülle der Bakterien und dringen nicht bis in die Tiefe vor. Stattdessen bilden die abgetöteten Organismen in der Folge einen idealen Nährboden für die verbliebenen Keime – nach einer sehr kurzzeitigen Phase steigt die Belastung damit sogar an. Was aber noch absurder ist: Aufgrund seiner korrosiven Eigenschaften greift H2O2-Materialien in den Dentaleinheiten und auch den peripheren Instrumenten an. Sprayschläuche, Magnetventile und auch die hochwertigen Hand- und Winkelstücke sind für eine so aggressive Behandlung gar nicht ausgelegt. Darauf brachte uns aber erst ein Techniker, nachdem wir zuvor in sehr kurzen Abständen immer wieder Übertragungsinstrumente in Reparatur geben mussten, obwohl wir alle Pflege- und Aufbereitungsprotokolle säuberlich eingehalten hatten. Das war für unsere Praxis natürlich unglaublich teuer.

pip: Wo lag für Sie eine Lösung?

Tobias Neumann: Über meine Dissertation war ich bereits mit verschiedenen Aufbereitungsverfahren in Kontakt gekommen, die für mich jedoch keine passende Lösung darstellten. An einem Zahnärztestammtisch wurde mir dann von der Alternative von Blue Safety berichtet. Das Unternehmen hatte meine Arbeit zu dem Thema natürlich mit Interesse verfolgt. Die Safewater-Technologie wurde nach ausführlichen Analysen ganz individuell an die Gegebenheiten unserer Templiner Gemeinschaftspraxis angepasst. Nun wird eine hypochlorige Säure direkt der Trinkwasserzuleitung für die Stühle zugegeben, die so in der gesamten Praxis eine kontinuierliche Wasserhygiene sicherstellt. Bestehende Biofilme wurden abgetragen und seitdem dauerhaft unter den Grenzwerten der RKI-Richtlinien gehalten.

pip: Wie hat sich das konkret niedergeschlagen?

Tobias Neumann: Ernsthaft, wir haben fast keine Reparaturen mehr an unseren Hand- und Winkelstücken. Falls wir doch mal eine Turbine austauschen müssen – in deutlich längeren Intervallen als früher – liegt das im Rahmen eines ganz normalen Verschleißes bei intensiv genutzten Instrumenten. Diese Reparatur-Dauerschleife von einst ist aber definitiv spürbar vorbei, nicht zuletzt in unserem Praxisbudget. Natürlich sparen wir auch bei den Desinfektionsmitteln und beim Handling – mein Team muss nicht mehr ständig Chemie nachfüllen. Vor allem für mich persönlich ist es eine große Erleichterung, dass ich mir keine Gedanken mehr machen muss, sondern die Wasserhygiene ganz selbst- verständlich gesichert ist. Neben der Technik und Installation übernimmt Blue Safety ja auch die akkreditierten Wasserprobenahmen und -analysen, ich kann den gesamten Bereich also gedanklich abhaken. Aber nicht nur ich, auch meine Patienten haben ein besonders gutes Gefühl dabei, in einer „Praxis mit geprüfter Wasserhygiene“ zu sein: Wir haben das Zertifikat sichtbar angebracht und werden sehr oft darauf angesprochen.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.