Als ältestes Dentalunternehmen der Welt pflegt Dentaurum Traditionen – und so jährt sich mit dem International Implantology Congress 2021 eine weitere. Dabei können sich die Teilnehmer auf eine Themenvielfalt freuen, die das besondere Format der Veranstaltung noch einmal unterstreicht.

Interview mit Prof. Dr. Friedhelm Heinemann, Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie

pip: Warum will ausgerechnet ein Traditionsunternehmen ‚das Ungewöhnliche wagen‘?

Friedhelm Heinemann: Der deutsche Philosoph Hans-Georg Gadamer prägte den Satz „Zukunft braucht Herkunft“ – Dentaurum ist mit seinen zahnmedizinischen Entwicklungen – nicht nur in der Implantologie, sondern auch in anderen zahnmedizinischen Bereichen wie der Kieferorthopädie, Prothetik und Zahntechnik – fest in der Wissenschaft verwurzelt und verfolgt konsequent evidenzbasierte Konzepte. Nur in einem solchen Rahmen lassen sich auch neue Grenzen ausloten und neue Wege zum Wohle des Patienten beschreiten, um den heutigen Anforderungen zu begegnen.

pip: Wie ist der Kongress inhaltlich aufgebaut?

Friedhelm Heinemann: Nach einem geselligen Zusammentreffen und Kennenlernen der Kollegen aus aller Welt am Freitagabend folgt am Samstag der wissenschaftliche Teil. Hier geht es um eine große Vielfalt von Themen: Abutment-Designs und ihre Auswirkungen auf Funktion und Ästhetik aus wissenschaftlicher und klinischer Sicht. Welche sind die Augmentationstechniken von heute – auch die erfolgreiche Vermeidung einer Augmentation zählt dazu. Die Sofortversorgung zahnloser Patienten, digital geführte Diagnostik und Planung, Optimierung der Hart- und Weichgewebskonturen sowie die Versorgung des posterioren Unterkiefers sind weitere Referate. Spannend wird sicher auch der Vortrag über das Zusammentreffen von Biologie und Technologie in der Implantologie. Bei all dem Hightech gilt es ja, die biologischen Vorgaben und auch Grenzen sorgsam im Auge zu behalten. Am Sonntag schließt sich ein praktischer Kongresstag mit drei Live-Demos an, die gruppenweise durchlaufen wer- den, sodass tatsächlich auch jeder Workshop von jedem Teilnehmer besucht werden kann. Hier geht es um die ästhetische Zone – wie erziele ich mit geringem Aufwand das bestmögliche Emergenzprofil? Ganz neue Dimensionen eröffnet die geführte Implantologie mittels des 2Ingis-Guides. Zudem zeigen wir den geschlossenen digitalen Workflow von der Wurzel bis zur Krone. Im Programm geht es uns darum, den praktischen Nutzen evidenzbasierter Konzepte herauszuarbeiten, wobei die breite Internationalität der Referenten den zusätzlichen Vorteil bietet, auch die Lösungsansätze anderer Länder und Schulen kennenzulernen – es führen ja doch bisweilen mehrere Wege nach Rom. Der International Implantology Congress deckt, wie Sie sehen, inhaltlich ebenso wie bei der Internationalität der Referenten ein breites Feld ab, von dem wir uns viele bereichernde Inspirationen und ebenso viele praktisch anwendbare Lerneffekte versprechen.

pip: Dentaurum ist eines der noch wenigen inhabergeführten deutschen Unternehmen, was schätzen Sie an der Zusammenarbeit und dem Austausch?

Friedhelm Heinemann: Ich denke, wie spüren gerade sehr eindringlich bei der Problematik der Medikamenten-Engpässe, welche Konsequenzen es hat, wenn wir Schlüsselindustrien komplett aus der Hand geben und gänzlich den globalen Turbulenzen überlassen. Dentaurum ist ein sehr gut und breit aufgestelltes, international operierendes Unternehmen. Man hat sich in Ispringen aber erfolgreich die Strukturen und Werte eines mittelständischen Unternehmens erhalten können, mit kurzen Entscheidungswegen, viel Innovationsfreude und gewachsener Kompetenz in Forschung, Entwicklung und Fertigung, aber auch dem Festhalten an Werten wie Verantwortlichkeit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Als einem Hersteller eines großen zahnmedizinischen Spektrums – tatsächlich ‚von der Wurzel bis zur Krone‘ – findet man bei Dentaurum ein umfassendes dentales Grundverständnis. Entwicklungen, wie allein in den vergangenen Jahren die Cito mini-Implantate oder das prothetisch flexible tiologic Twinfit, erfolgen daher fundiert und über einen längeren Zeitraum mit den entsprechenden klinischen Vorarbeiten und Ergebnissen. Auch in seinem großen Engagement in der Aus- und Weiterbildung stellt sich der Hersteller seiner Verantwortlichkeit für eine angestrebte hohe Qualität, wie man an den erfolgreichen regionalen ‚Fachtagen Implantologie‘ in Jena, Lübeck, Regensburg und Bonn sehen kann oder auch an der curricularen Ausbildung ‚Implantology step by step‘. Nicht zuletzt schätze ich als Kliniker ebenso wie als Wissenschaftler den bei Dentaurum oft außergewöhnlich beständigen, langjährigen, direkten persönlichen Kontakt. Auch dies ist ein Wert, der oft unterschätzt wird – aber nur so kann über Jahre eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung wachsen.

pip: Herzliches Danke für Ihre Zeit und dieses Gespräch.