„The silent disease“ betitelte die EFP an der Europerio 8 in London ihr anrührendes Video, das eindringlich den Leidensdruck und die soziale Isolation von Menschen mit fortgeschrittenen Parodontalerkrankungen vermittelte. Patienten kämpfen nicht nur mit Bakterien, sondern mit einem großen seelischen Druck und hoher Verunsicherung. Mit dem Lokalantibiotikum Ligosan Slow Release bietet der Hersteller Kulzer seit 2010 eine wirksame und wissenschaftlich bewiesene adjuvante Therapie der chronischen und aggressiven Parodontitis.

Die klinisch bewiesenen Stärken des Wirkstoffs Doxycyclin in der PA-Therapie stießen einst stets auf das Problem der geeigneten und über einen längeren Zeitraum in situ verbleibenden Applikationsform. Mit Ligosan Slow Release als einem Lokalantibiotikum in Gelform kann die nicht-chirurgische Therapie der Parodontitis gezielt und schonend ergänzt werden. Für Patienten hat dies eine geringe systemische Doxycyclin-Belastung zur Folge. Für den Zahnarzt bedeutet das eine unkomplizierte Behandlung, da das Gel im Zuge der geschlossenen Kürettage und der Wurzelglättung einmalig appliziert und dann langsam zu unschädlicher Milch- und Glykolsäure abgebaut wird. Die kontrollierte Compliance ist ein weiterer Vorteil.

Erst flüssig, dann fester

Die Zylinderkartuschen von Ligosan Slow Release (s. Bild oben) lassen sich mit handelsüblichen Applikatoren applizieren.

Durch seine zunächst fließende Konsistenz können auch schwer zugängliche Taschen vollständig ausgefüllt werden. In der wässrigen Umgebung erhöht sich dann die Viskosität, womit das Gel zuverlässig am Wirkort bleibt und dort kontinuierlich über eine Dauer von mindestens zwölf Tagen zuverlässig seinen Wirkstoff freigeben kann (Graphik 1). Dieser Zeitraum ist ausreichend für eine in klinischen Studien nach sechs Monaten beobachtete signifikante Verbesserung der Entzündungssituation, eine Verringerung der Taschentiefe und einen deutlichen Attachmentgewinn.

Doppelt wirkt besser

Nicht nur in der Applikationsform profitieren Zahnarzt und Patient von der Kombination des Hydrogels, auch der Wirkstoff Doxycyclin wirkt zum einen antibakteriell gegen die relevanten parodontalpathogenen Keime, wie Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Campylobacter rectus, Eikenella corrodens, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia und Tannerella forsythia, und zum anderen durch seine Kollagenase-Inhibition zusätzlich antiinflammatorisch.

Kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffs von Ligosan Slow Release.

Letztlich wirkt er damit einer weiteren Knochenresorption entgegen. Neben einer Reihe klinischer Studien konnte auch in einer Anwenderbeobachtung im niedergelassenen Bereich die Wirksamkeit der Therapie mit Ligosan Slow Release und eine signifikante Reduzierung der Sondierungstiefen sowie eine Verbesserung des Attachmentlevels bestätigt werden. Vor allem bei tiefen Taschen >5 mm, bei denen die nicht-chirurgische Pardontaltherapie mittels SRP (Scaling & Rootplaning) oft nicht ausreicht, profitieren Patienten. Oft kann damit ein belastender chirurgischer Eingriff oder ein Fortschreiten der Entzündung erspart werden. Derzeit noch im Off-Label-Use konnte zudem eine Verbesserung beim Einsatz von Ligosan Slow Release bei periimplantären Entzündungen beobachtet werden. Im eigenen Gold Sponsor Symposium an der Europerio 9 in Amsterdam mit den renommierten Referenten Dr. David Herrera undProf. Dr. Peter Eickholz werden neueste Erkenntnisse zu Ligosan Slow Release vorgestellt.