Die Zahnmedizin ist ein praktischer Beruf. Damit sind die Visualisierung und Dokumentation von Zahnbehandlungen von grundlegender Bedeutung für die effektive Kommunikation zwischen dem Behandlungsteam, den zuweisenden Fachkollegen und den Patienten. Auch für Ausbildungszwecke sind in der heutigen Zeit der visuellen Orientierung zunehmend hochwertige Dokumentationen gefragt.

Digitalkamera mit Infrarotvorsatzfilter

Die Zahnmedizin hat sich im vergangenen Jahrzehnt enorm weiterentwickelt und sich in vielen Bereichen digitale Techniken zunutze gemacht. Diese Entwicklung hat es ermöglicht, eine konstante, vorhersagbare und gründliche Bewertung jeder Behandlung zu erreichen. Dies wiederum führt zu genaueren Diagnosen, einer ggf. digital unterstützten Behandlungsplanung und zur digital gestützten Herstellung verschiedener Restaurationen. Mit einer Digitalkamera kann sich der Kliniker über die Situation eines Patienten einen besseren Überblick verschaffen und relevante Informationen ebenso wie kritische Befunde sammeln und bewerten, um auf dieser Basis fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die Grundlagen der Digitalfotografie sollten dabei verstanden werden, um mit der Kamera richtig umgehen und die verschiedenen Protokolle beherrschen zu können.

Dentalfotografie: Eine Herausforderung?!

„Saubere“ Intraoralfotografie mit Wangenhalter. Alle relevanten anatomischen Strukturen sind sichtbar.

Im Gegensatz zu konventionellen Formen der Fotografie entscheiden bei der Dentalfotografie über Erfolge einige andere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen: der Hintergrund des Mundes, patientenbezogene Faktoren, wie eine unzureichende Mundöffnung, die natürliche feuchte Umgebung und das Abbilden verschiedener anatomischer Strukturen. In einigen Praxen herrscht eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der zahnärztlichen Dokumentation, die bisweilen immer noch als zeitraubender Prozess mit inkonsistenten Ergebnissen wahrgenommen wird. Tatsächlich sind wir bei der Dentalfotografie mit einer herausfordernden Umgebung konfrontiert – unterschiedliche Situationen erfordern spezielle Einstellungen der Kamera. Die intraorale Fotografie unterscheidet sich zu Portraitaufnahmen völlig, z. B. in der Größe des zu fotografierenden Objektes, der benötigten Lichtmenge etc.

Nutzen der Dentalfotografie

Intraoralfotografie zur Dokumentation von Therapieabläufen bzw. Behandlungsergebnissen

In der Vergangenheit waren die Rollen des Patienten, des Zahnarztes und des Zahntechnikers stark individualisiert. In der modernen digitalen Welt der zahnästhetischen Behandlung sind diese drei getrennten Rollen jedoch integriert, was zu einer ständigen Interaktion und aktiven Einbeziehung jedes einzelnen Mitglieds führt. Zunehmend werden Zahntechniker von Anfang an konsultiert und wissen detailliert um die geplante Behandlung des Patienten. Der Einsatz einer guten Dokumentation in der Behandlung ermöglicht die Kommunikation über Bilder und kann so zu einem aktiven Werkzeug in der täglichen Praxis werden. Dieses Kommunikationsinstrument spiegelt sich auch in unserer Beziehung zum Patienten wider. Es bietet sich die Möglichkeit, dem Patienten Behandlungspläne exakt zu erläutern und vorläufige Änderungen sowie auch kleinschrittige Verbesserungen der Ausgangssituation aufzuzeigen. Nicht zuletzt können diese Informationen mit Kollegen zur Beratung oder zur Information von Zuweisern geteilt werden.

Dr. Ingo Frank, Landsberg/Lech

Beispiele Dentalfotografie