Anfang 2018 gaben sich Implantologieexperten aus Wissenschaft und Praxis im Hilton Hotel Frankfurt City Centre die Klinke in die Hand. Ihr Ziel: die metallfreie Implantologie mit Keramikimplantaten mit Daten und Fakten voranbringen.

Geladen hatte die Qualitätsinitiative PROSEC (PROgress in Science and Education with Ceramics), um die neuesten Ergebnisse ihrer vier Arbeitsgruppen aus Wissenschaft und Anwendung vorzustellen und zu diskutieren.

Wissenschaftliche Fakten zur Versorgung

PD Dr. Benedikt Spies, Dr. Marc Balmer und Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Strub bei der interaktiven Diskussion mit dem Publikum.

Dabei widmete sich PD Dr. Benedikt Spies, Oberarzt an der Charité Berlin, der Frage, wie auf einteiligen, keramischen Implantaten am besten zementiert werden sollte, um unerwünschte Zementüberschüsse zu reduzieren. In puncto Entfernbarkeit und klinischer Langlebigkeit nahm er dabei unterschiedliche Restaurationsmaterialien im Zusammenspiel mit verschiedenen Zementarten unter die Lupe. Die Frage, wie lange vollkeramische Kronen und Brücken auf keramischen Implantaten überleben und was die Ursachen für einen Misserfolg sind, beantwortete Dr. Marc Balmer, Oberarzt an der Universität Zürich, mit einer systematischen Übersichtsarbeit. Generell zeigten die Restaurationen eine hohe Überlebensrate. Die häufigste Komplikation von verblendeten Restauration auf Keramikimplantaten sei das Abplatzen der Verblendkeramik. CAD/CAM-gestützt gefertigte monolithische Restaurationen könnten hier zukünftig womöglich Vorteile aufweisen.

Keramische Implantate: disruptives Potenzial

In einem Exkurs betrachtete der Gastreferent, Aktienanalyst CFA Oliver Metzger von der Commerzbank AG, die Bedeutung keramischer Implantate für die Zukunft aus einer marktwirtschaftlichen statt aus der fachlichen Perspektive. Er prognostizierte einen überproportionalen Anstieg der Bedeutung und Nachfrage nach keramischen Implantaten in einem wachsenden Gesamtmarkt.

Bewährtes aus der Praxis

Vom Blick auf den Weltmarkt ging es zurück in die Zahnarztpraxis. Dort hatte Dr. Sigmar Schnutenhaus aus Hilzingen in Kooperation mit der Klinik für Zahnärztliche Prothetik an der Universität Ulm eine klinische Studie mit einem hülsenlosen Schienensystem und dem ceramic.implant vorgenommen. Neben einem sicheren Sitz, guter Sicht auf das Operationsfeld und kontrollierter Kühlung während der Implantation zeigten die vorläufigen Ergebnisse hinsichtlich der Präzision bessere Ergebnisse als bei bohrhülsengeführten Varianten. „Keramikimplantate können die Welt der Implantologie verändern!“ Davon zeigte sich Dr. Frank Liebaug aus Steinbach-Hallenberg überzeugt. Er hielt mit seinem klinischen Fallbeispiel ein Plädoyer für eine minimalinvasive und patientenfreundliche, metallfreie Implantologie. Er wartete dabei mit vielen praktischen Tipps und Tricks auf, die sich im Laufe seiner operativen Tätigkeit mit dem ceramic.implant als Teil des Behandlungsprotokolls etablieren konnten.

Zahlreiche Experten waren in Frankfurt zusammengekommen, um beim ersten PROSEC Symposium über die keramische Implantologie zu diskutieren.

Keramikimplantate auf den Punkt gebracht

PROSEC hat geliefert! Und zwar ein theoretisches, wissenschaftliches und praktisches Komplettpaket in der keramischen Implantologie. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in Form von Kursen und Fortbildungen an den Praktiker weitergegeben werden. Neue Forschungen sollen in einem Jahr noch mehr wertvolle Erkenntnisse für eine metallfreie Implantologie bringen, um den Paradigmenwechsel vom Titan zur Keramik weiterhin fundiert und evident zu begleiten.