Keramikimplantate bieten seit einigen Jahren eine verträgliche und ästhetisch ansprechende festsitzende prothetische Versorgungsmöglichkeit nach Zahnverlust im Front- und Seitenzahnbereich. Laut präklinischen Studien ist die Osseointegration von Zirkon- und Titanimplantaten vergleichbar [1]. Die Erfolgsraten von Zirkonoxidimplantaten im Bereich festsitzender Versorgung nähern sich denen von Titanimplantaten an [2,3]. Die biologische Verträglichkeit des Zirkonoxids erweist sich dagegen im Hinblick auf Korrosionsstabilität und Biofilmadhäsion dem Titanoxid als deutlich überlegen [4-12].

Erweiterte Versorgungsoptionen im Bereich der Hybridprothetik ergeben sich durch die Neuentwicklung reversibel verschraubbarer Keramikimplantate. Eine weitere Evaluierung durch experimentelle und klinische Studien ist diesbezüglich noch zu erbringen.

Die neue Generation der Keramikimplantate

Die Weiterentwicklung des inzwischen nahezu zehn Jahre verfügbaren Zeramex T-Implantates (Dentalpoint) zum verschraubbaren Zeramex XT-Implantat mit dem identischen wurzelförmigen Design und der bewährten mikrostrukturierten hydrophilen Oberfläche ermöglicht eine flexible und reversibel zu gestaltende prothetische Aufbaukonstruktion und damit eine hohe prothetische Flexibilität. Während das Abutment beim T-Implantat verklebt werden muss, wird es beim XT-Implantat über eine hoch belastbare karbonfaserverstärkte PEEK Kunststoff-Schraube (Vi-carbo) befestigt. Hierbei gilt es, das empfohlene Anzugsmoment für die Verschraubung von 25 Ncm einzuhalten. Die XT-Implantatserie wurde im Sommer 2017 zunächst für erfahrene Zeramex-Anwender für den klinischen Einsatz zur Verfügung gestellt. Sie ist seit Anfang dieses Jahres in den Durchmessern 5,5 mm und 4,2 mm in den Längen 8, 10 und 12 mm verfügbar. Im Folgenden wird der Einsatz des Zeramex XT-Implantates zur Pfeilervermehrung bei einer Teleskopversorgung im Unterkiefer dargestellt.

Fazit

Mit der neuen Technologie der reversibel verschraubbaren Zirkonoxidimplantate kann das Indikationsspektrum in Hinblick auf die abnehmbare Hybridprothetik erweitert werden. Damit ist eine implantatprothetische Versorgung im gering bezahnten oder zahnlosen Kiefer auch bei den Patienten möglich, bei denen aufgrund von immunologischer Unverträglichkeit auf Titan verzichtet werden sollte. Neben einer Verankerung auf Teleskopen ist auch die Bereitstellung von Lokatoren geplant. Langzeituntersuchungen sind erforderlich, um diese Versorgungsoptionen zu validieren.

Autor

Dr. med. dent. Elisabeth Jacobi- Gresser

Dr. med. dent. Elisabeth Jacobi- Gresser

  • 1972-1977 Studium der Zahnmedizin, Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz
  • 1975-1976 Famulatur in der Oral- und Kieferchirurgie am Parkland Memorial Hospital Dallas, University of Texas, USA
  • 1978-1981 Ausbildung zur Fachzahn- ärztin der Oralchirurgie ZMK-Klinik in Mainz
  • Seit 1978 implantologisch tätig, seit 1999 TSP Implantologie
  • 1982-2017 Niederlassung in Praxisgemeinschaft in Mainz K Seit 2009 Tätigkeitsschwerpunkt Umweltzahnmedzin
  • Seit 2018 angestellt tätig nach Praxisübergabe
  • Internationale Referenten- und Dozententätigkeit
  • Seit 2014 wissenschaftliche Leitung des Curriculums „Inte- grative Zahnmedizin“ der LZK Rheinland-Pfalz

mail@jacobi-gresser.de
www.jacobi-gresser.de

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