Eine Fallstudie von Dr. med. dent. Alexander Volkmann

Eine Sofortimplantation mit Sofortversorgung im ästhetisch hochsensiblen Frontzahnbereich erfordern ein planerisch exaktes Vorgehen und eine chirurgisch präzise Ausführung, um ein seriös vorhersagbares Ergebnis zu erzielen. Hierfür kann sich der erfahrene Behandler digitaler Tools bedienen, wodurch er den Patienten bereits am Ende der zweiten Sitzung mit einem vom Zahntechniker präfabrizierten und ästhetisch ansprechenden Provisorium versorgen kann.

In der S2-Leitlinie „Indikation zur implantologischen 3D-Röntgendiagnostik und navigationsgestützten Implantologie“ [1] wird die virtuelle Planung und eine full guided Implantation mit Bohrschablone „zur Unterstützung von minimalinvasiven Techniken der Implantatinsertion“ unter anderem bei einer Sofortversorgung mit präfabriziertem Zahnersatz empfohlen. Für die Aktualisierung wird sogar eine S3-Leitlinie erwartet, „die radiologische 3D-Diagnostik und die navigierte Implantatinsertion hat sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Datenlage hat sich weiter verbessert, sodass ein S3-Niveau erreichbar scheint.“

1. Sitzung: Präoperativer Workflow

Die Situation an Zahn 21 seiner Patientin hatte den Hauszahnarzt veranlasst, sie für die Implantation zum Spezialisten zu überweisen. Da die Patientin in Personalverantwortung stand, war für sie eine möglichst zügige Behandlung mit wenigen Sitzungen und ästhetischen Beeinträchtigungen ein Muss. Die klinische und röntgenologische Inspektion ergab einen durch eine externe Wurzelresorption tief zerstörten und nicht mehr erhaltungswürdigen Zahn 21, der nach einem Trauma eine externe Wurzelresorption in Form einer Ersatzresorption mit zervikaler Resorptionslakune sowie eine längs wie quer frakturierte Wurzel aufwies [2].