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Therapie des zahnlosen Kiefers mit durchmesserreduzierten Implantaten

Die implantatprothetische Rehabilitation des zahnlosen Kiefers gilt als anerkannte Behandlungsmöglichkeit. Die Verankerung des Zahnersatzes mithilfe von Implantaten macht diese Art der Therapie den rein schleimhautgetragenen Prothesen überlegen und trägt u. a. zu einer verbesserten Lebensqualität des Patienten bei. Für den Praktiker stellt sich jedoch – insbesondere bei betagten Patienten – die Frage, wie viele Implantate und welcher chirurgische Aufwand für die fachgerechte Rehabilitation notwendig sind.

Bei einem reduzierten oro-vestibulären Knochenangebot, wie es oft im zahnlosen Kiefer zu finden ist, können durchmesserreduzierte Implantate (Mini-Implantate) eine schonende, effiziente und zugleich effektive implantatprothetische Therapie ermöglichen. Dr. Uwe Friedrich, niedergelassener Zahnarzt in Wilsdruff bei Dresden, arbeitet in seiner Praxis seit einigen Monaten mit den durchmesserreduzierten Implantaten (CITO mini, Dentaurum Implants).

Warum haben Sie durchmesserreduzierte Implantate in Ihr implantologisches Praxiskonzept aufgenommen?

Wir wissen alle, wie viele Möglichkeiten es für die Versorgung des zahnlosen Kiefers gibt. Innerhalb dieser Vielfalt ist es wichtig, auch Therapiewege mit vergleichsweise geringem Aufwand anzubieten. Viele meiner Patienten konsultieren die Praxis mit dem Wunsch einer implantologischen Rehabilitation des zahnlosen Kiefers – möglichst unter Vermeidung von umfangreichen chirurgischen Eingriffen. Zudem spielen monetäre Aspekte eine entscheidende Rolle für oder gegen eine Implantattherapie. Mit vereinfachten Therapieoptionen können wir auch Patienten Zugang zu einer Implantatversorgung bieten, die nur ein geringes Budget zur Verfügung haben. Bereits Mitte der 1990er-Jahre wurde in einer breiten retrospektiven Studie gezeigt, dass sich die Zehnjahres-Überlebensrate von einem festsitzenden Zahnersatz auf sechs zu der auf vier Implantaten im zahnlosen Kiefer kaum unterscheidet [1].

Das wirft Fragen auf. So kann z. B. eine abnehmbare Deckprothese bereits mit vier Implantaten und geringem Aufwand zum gewünschten Ziel führen. Zudem wird mit weniger Implantaten oft eine invasive Augmentation vermieden, was sich positiv auf die Patientenzufriedenheit auswirkt.

Patientenfall – Kurzdarstellung

Der 78-jährige Patient ist seit vielen Jahren Träger von konventionellen Totalprothesen. Im Unterkiefer war noch ein retinierter Zahn 38 vorhanden. Er konsultierte die Praxis mit dem Wunsch, die starke Mobilität der Prothese im Unterkiefer zu beheben und informierte sich über einen festsitzenden Zahnersatz auf Implantaten. Der Patient leidet unter Diabetes Typ 2 und Hypotonie. Für beide Krankheitsbilder ist er medikamentös eingestellt. Aufgrund des mangelnden Knochenvolumens war eine Implantation von Standardimplantaten nicht möglich. Die Augmentation von Knochen kam sowohl aus finanziellen als auch gesundheitlichen Gründen nicht infrage. Nach einer Beratung fiel die Entscheidung auf die Insertion von vier durchmesserreduzierten Implantaten (CITO mini) und die Anpassung der vorhandenen Prothesen. Die Entfernung des retinierten Zahns 38 lehnte der Patient ab.

Autor

Dr. Uwe Friedrich, Fachzahnarzt für Oralchirurgie

  • 2001-2008 Studium der Zahnmedizin an der TU Dresden
  • 2007 Studium an der Universität von Priština im Kosovo
  • 2009-2010 Als Zahnarzt in Dresdner Praxen für allgemeine Zahnheilkunde tätig
  • 2011 Aufbau einer Zahnarztpraxis in Uganda
  • 2012 Promotion an der TU Dresden
  • 2013-2014 Curriculum Implantologie K 2010-2014 Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchrurgie
  • Tätigkeit in oral- und MKG-chirurgischen Praxen in Leipzig, Eisenach sowie in Saalfeld
  • Seit April 2014 Zahnarzt und Oralchirurg in Grumbach bei Dresden

kontakt@zahnarzt-grumbach.de

www.zahnarzt-grumbach.de

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