Nachdem er zunächst die Marketingleitung der Dentalpoint AG übernommen hatte, steht Adrian Hunn (Zeramex) seit Jahresbeginn dem Hersteller der vollständig metallfreien und auch zweiteilig erhältlichen Zeramex-Implantate als CEO vor. Seit seinem Eintritt hat das Unternehmen ein ganzes Feuerwerk an Innovationen lanciert.

Interview mit Adrian Hunn, CEO Dentalpoint

pip: Sie haben just erst wieder bewiesen, dass Sie auch mit herausfordernden Situationen umzugehen wissen …

Adrian Hunn: Die momentane Situation, welche von COVID-19 ausgelöst wurde, ist schon eine besondere Herausforderung. So habe ich mir meinen Start nicht vorgestellt (lacht). Wir sind ein sehr technologieorientiertes und innovatives Unternehmen und deshalb sind wir intern schon gut vorbereitet gewesen. Wir nutzen Microsoft Teamsâ schon länger und unsere Systeme sind Cloud-basiert. Alle Mitarbeiter, außer die Kollegen der Produktion, können von zu Hause arbeiten. Das gab uns Luft, uns auf die Bedürfnisse der Kunden zu konzentrieren. Zeramex war eines der Ersten, wenn nicht das erste Unternehmen in der dentalen Branche, das mit einer kompletten Webinar-Reihe auf die geänderte Situation und die zunehmend abgesagten Präsenzveranstaltungen reagiert hat. Das Feedback war überwältigend positiv. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Referenten, welche auf ihr Honorar zugunsten einer Spende an den COVID-19 Solidarity Response Fund der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzichtet haben. Wir sind überzeugt, dass die Krise die Spreu vom Weizen trennt. Die Unternehmen, die sich jetzt loyal zu ihren Mitarbeitern, Kunden und Partnern verhalten, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen.

pip: Welche Überlegung stand hinter Ihrer Gründung der Zeramex Digital Solutions im vergangenen Jahr?

Adrian Hunn: Der digitale Workflow ist in unserer Branche nicht mehr zu stoppen. Die Prozesse sind allerdings stellenweise noch sehr kompliziert und nicht wirklich anwenderfreundlich. Es erinnert mich ein wenig an die Einstellungen der Mobiltelefone bevor das iPhoneâ auf den Markt kam. Aus diesem Grund arbeiten wir an Lösungen aus einer Hand, welche es für die Behandler einfach macht, diese anzuwenden. Wir wollen Zahnärzte und Zahntechniker dabei unterstützen, die Patienten besser und effizienter zu versorgen.

pip: Wie sehen Sie aktuell die Positionierung der Keramikimplantate?

Adrian Hunn: Es ist eine spannende Phase, denn einerseits steigt die Zahl der Patienten, die sich metallfreie Restaurationen wünschen stetig an, andererseits haben bei vielen Zahnärzten Keramikimlantate immer noch einen schlechten Ruf, bedingt durch die Probleme der ersten Generationen. Diesen negativen Ruf müssen wir mit Aufklärungsarbeit korrigieren, denn die klinische Performance unserer Zeramex Implantate zeigt, dass sie inzwischen eine absolut verlässliche Alternative sind. Man muss heute keine Kompromisse mehr machen – weder in technischer Hinsicht noch bei der prothetischen Flexibilität oder in der Handhabung. Die meisten Praxen werden sich Keramikimplantaten öffnen und diese werden bei der Anwendung positiv überrascht sein. Das erleben wir heute schon beinahe täglich. Weiter ist es wichtig, evidente Konzepte anzubieten, wie z.B. Zeramex Digital Solutions. Nur dann erreichen wir es, in der Branche als Experte in der dentalen Implantologie akzeptiert zu werden.

pip: Welche Vorbehalte begegnen Ihnen noch, und sehen Sie diese als fundiert oder beruhen sie auf Desinformationen?

Adrian Hunn: Es ist vor allem ein Mangel an Information. Der Vorbehalt, dass Keramikimplantate brechen, ist weiterhin sehr verbreitet, obwohl wir das mit den deutlich festeren Materialien wie dem ATZ und korrekter Anwendung in der Praxis nicht mehr sehen. Weiter wird häufig auf die mangelnde Studienlage verwiesen. Wir sehen aber inzwischen mehr und mehr relevante Daten, auch Langzeitdaten für Keramikimplantate. Wir haben zudem unzählige Praktiker, welche schon seit über zehn Jahren sehr erfolgreich unsere Produkte verwenden. Hier möchte ich auch einmal festhalten, dass es übrigens auch von wenigen Titanimplantaten solide Studien über zehn Jahre und mehr gibt. Wichtig ist, dass man nicht einfach das gewohnte Titanprotokoll eins zu eins anwenden kann, es fühlt sich anders an, ein Keramikimplantat einzusetzen und es gibt ein paar feine Unterschiede. Aus diesem Grund bieten wir Fortbildungen mit erfahrenen Anwendern an, so können sich die Zahnärzte jetzt schon fit für die Zukunft machen.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.