Von Peter Randelzhofer

Ein junger ungarischer Mann mit sehr gutem Zahnstatus und gesundem Gewebe hatte einen Zahn in regio 25 verloren, der in seiner Heimat durch ein Implantat ersetzt werden sollte. Mit einer alphatech-Schraube (alphatech Implantat, Fa. Henry Schein) in der ästhetisch nicht direkt im sichtbaren Bereich befindlichen, unversorgten Zahnlücke wartete er auf seine prothetische Versorgung, bis er im Sommerurlaub einen Unfall erlitt. Abb. 2

Beim Kitesurfen auf Rhodos verfing sich die Leine eines anderen Sportlers im Gebiss des Patienten, genau in der Zahnlücke 25. Als der Fallschirm des Gegenübers wieder in die Power-Zone gesteuert wurde, kam es zum Zahntrauma. Der Ruck war so stark, dass die Zähne 21-24 vollständig aus dem Kiefer gerissen wurden. Die Zähne versanken mit der bukkalen Knochenlamelle auf den Meeresgrund. Nach einer Basisversorgung direkt vor Ort in Griechenland, bei der die Wunde gereinigt und die Wundränder adaptiert wurden, kam der junge Mann drei Tage später zu uns in die Praxis.

Zusätzlich zum großen Trauma des Patienten durch Knochen- und Zahnverlust galt es, ihn möglichst bald in den Zustand zu versetzen seinen Beruf ausüben zu können. Als erste Klarinette eines weltberühmten Orchesters war er auf stabile Frontzähne beim Lippenschluss sowie bei der Lautbildung des Blasinstrumentes angewiesen. Als Berufsmusiker übte der Patient regelmäßig bis zu acht Stunden auf der Klarinette, um Technik und seinen Ansatz nicht zu verlieren. Unsere Aufgabe bestand folglich darin, nicht nur anatomisch und ästhetisch zu rekonstruieren, sondern mittels eines stabilen, widerstandsfähigen LZPs das Spielen auf diesem hohen Niveau während der gesamten Behandlungszeit von sechs Monaten wieder zu ermöglichen (Abb. 1, 2).