pip Fotostory: Peter Randelzhofer

Eine harmonische girlandenförmige Gingiva und Mukosa im ausgeglichenen Rot- Weiß-Verhältnis gehört zum natürlichen Erscheinungsbild eines perfekten Lächelns. Bei der Implantattherapie stellen neben den hartgeweblichen Voraussetzungen die Qualität und Quantität des periimplantären Weichgewebes in ihrer Schutzfunktion für das Implantat entscheidende Faktoren für den erfolgreichen langfristigen Implantaterhalt dar.

Ausreichende Areale keratinisierter Gingiva, ein sicherer Wundverschluss mit spannungsfreier Mobilisation des Wundlappens, eine präzise Wundrandadaptation unter gutem Erhalt der Blutversorgung oder eine ausreichende Dicke der Mukosa – das alles sind maßgeblich beeinflussende Parameter für den Schutz des Implantates zum Erhalt von Funktion, Hygienefähigkeit und zur Erfüllung der inzwischen hohen Ansprüche an die Rot-Weiß-Ästhetik.

In der Weichgewebechirurgie sollte es daher das Ziel sein, einen harmonischen Verlauf des „Margo gingivalis“, entsprechend ausgeformte Interdentalpapillen sowie ein gesundes Erscheinungsbild der umgebenden Gewebe in Farbe und Textur wiederherzustellen. Um die Juga alveolaria zu simulieren und die periimplantäre Mukosa vorhersehbar und langfristig stabilisieren zu können, sollte dazu um Implantate ausreichendes Gewebevolumen und eine ausreichende Breite von befestigter Schleimhaut aufgebaut werden. Je nach Indikation, Verfahren und Vorgehen bieten sich unterschiedliche Transplantattypen und Lappentechniken (mit Nahttechniken) an, die anhand der folgenden Übersicht anschaulich dargestellt werden.

Mukosalappen oder Spaltlappen (Split flap)

Für Freilegungs- (Abb. 1-10) und Weichgewebeaugmentationen (Abb. 11-14) ist der Mukosalappen gut geeignet. Seine gute Lappenexpansion ermöglicht einen spannungsfreien Wundverschluss.

FST (Free gingival graft)

Freie und gestielte Weichgewebstransplantate bieten sich als minimalinvasive Variante zum Schutz des Implantates an. Dabei werden die vorhandenen anato- mischen Strukturen unterstützt. Bevorzugte Spenderregion ist der harte Gaumen oder direkt die Region neben dem Tuber maxillae (Abb. 15-20).

BGT

Bei Implantatversorgungen in der ästhetischen Zone bieten sich – insbesondere bei einem dünnen und empfindlichen gingi- valen Erscheinungsbild – Bindegewebetransplantate zur Verdi- ckung der periimplantären Schleimhaut an, die vor (Abb. 21-25) und/oder nach Freilegung der Implantate (Abb. 26-31) oder im einzeitigen Verfahren während der Implantation (Abb. 32-36) eingebracht werden können.

Chirurgie und Prothetik: Dr. Peter Randelzhofer

Chirurgie und Prothetik: Dr. Peter Randelzhofer