Herr Dr. W. aus Mannheim fragt:

Liebes  pip-Team,

bekanntermaßen gehen die Blutspenden ja eh dramatisch zurück – nun fürchtete ein Patient, nach seiner Implantat-Behandlung und Versorgung mit Augmentationsmaterialien nicht mehr als Spender geführt werden zu dürfen. Stimmt das, und, falls ja, welche Materialien gelten denn dann als unbedenklich ?

Danke für Ihre Antwort und schöne Grüße aus der Pfalz!

pip antwortet

Lieber Herr Dr. W.,

tatsächlich gab es 1996 einmal ein Statement der WHO, nach dem nach dem Einsatz xenogener Materialien Blutspenden ausgesetzt werden sollten. Dies betrifft heute aber nur noch funktionelle xenogene Materialien wie z.B. bei der Schweineleberperfusion, nicht aber avitale Materialien bovinen, equinen oder porcinen oder auch humanen Ursprungs. Allerdings: Es gibt keinen „Blutspende-Dachverband“, der sich darauf geeinigt hätte, insofern bleibt es letztlich dem lokalen Blutspendedienst überlassen, wie er das handhaben möchte. Angesichts des, wie von Ihnen richtig bemerkt, dramatischen Mangels an Blutspendern ist aber davon auszugehen, dass kein Interesse daran bestehen sollte, nicht notwendige zusätzliche Barrieren aufzubauen.

Ergänzend hier noch die Stellungnahme des Paul-Ehrlich –Instituts: Mögliche Gründe/Kriterien für die zeitlich befristete oder dauerhafte Rückstellung von der Blutspende sind in den Richtlinien zur Hämotherapie aufgeführt, die die Bundesärztekammer (im Benehmen mit dem, Paul-Ehrlich-Institut) herausgibt. Link zum Dokument (hier Kapitel 2.2.4.3.1 Kriterien für einen Ausschluss [S. 17 ff] und 2.2.4.3.2 Kriterien für eine Rückstellung [Seite 18 bis 20]).

Ihnen und Ihrem Patienten alles Gute, Ihr pip-Redaktionsteam

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