Herr Dr. G. aus Dresden fragt:

Liebes  pip-Team,

man hört ja immer mehr von Titan-Unverträglichkeiten, und ich überlege, meinen Patienten nun routinemäßig  einen Epikutan-Allergietest anzubieten, um eventuelle Allergien auf Titan zu entdecken. Haben Kollegen damit bereits Erfahrungen, wie klappt das mit der Durchführung, wie sicher sind die Ergebnisse und wie rechnet man das am besten ab ?

Danke für jeden Hinweis und schöne Grüße!

pip antwortet

Lieber Herr Dr. G.,

Tests dieser Art gehören aktuell nicht zum Leistungskatalog der GKV und werden in der Regel vom Patienten privat bezahlt. Unserer Erfahrung nach sind Patienten mit einer entsprechenden Vorgeschichte hierzu aber durchaus gern bereit. Ein Epikutantest wäre in diesem Fall aber wenig sinnvoll. Zum einen handelt es sich nicht im klassischen Sinne um eine „Allergie“, sondern um eine Unverträglichkeit oder überschießende Immunantwort. Der Epikutantest kann nur Allergien vom Typ IV nachweisen, die es auf Titanoxid gar nicht gibt. Viel wichtiger aber: Titanoxidpartikel können die Epidermis nicht durchdringen (da sie u.a. auch in Sonnencreme enthalten sind, ist das auch gut so) und insofern über einen Epikutantest gar nicht nachgewiesen werden. Gängig sind eher die sogenannten Titan-Stimulationstest über das Blut, die verschiedene Labors in Deutschland anbieten, u.a. IMD in Berlin.

Alles Gute, Ihr pip-Redaktionsteam

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