Herr Dr. M., Bad Hersfeld

Liebe  pip-Redaktion,

in der Standespresse las ich im Herbst vergangenen Jahres viele Veröffentlichungen, nach denen Facebook-Fanpages nicht rechtskonform mit der DSGVO seien – daraufhin habe ich meine eigene Fanseite inaktiv gestellt. Nun sehe ich aber links und rechts „fröhlich“ Kollegen ihre Fanseiten betreiben und frage mich, ob der Korrekte mal wieder der Dumme ist, oder ob ich ein neues Urteil verschlafen habe? Kennen Sie den aktuellen Stand?

Vielen Dank und schöne Grüße.

pip antwortet

Lieber Herr Dr. M.,

wo kein Kläger, da kein Richter, und tatsächlich ist Facebook, nachdem im Herbst 2018 reihenweise Unternehmen ihre Fanseiten offline gestellt haben, durchaus tätig geworden. Die DSK sieht dennoch in einer Stellungnahme vom 1. April 2019 ungebrochen Verstöße gegen Art. 26 DSGVO. Insofern hängt grundsätzlich weiterhin eine Bußgeldstrafe gemäß Art. 83 Abs. 4 und 5 der DSGVO im Raum bzw. über den Fanpage-Betreiber-Praxen. Sie können sich allerdings mit einigen Maßnahmen schützen, u.a. , indem Sie auf Ihrer Website ein Opt-in-Banner installieren, mit dem Sie beim Nutzer eine Einwilligung für das Tracking auf Ihrer Facebook-Fanpage einholen. Vermerken Sie daneben in den Datenschutzhinweisen auf Ihrer Website die getroffene Ergänzungsvereinbarung mit Facebook (Formulierungshilfen dazu im Netz, lassen Sie sie aber von einem Web-Fachmann oder spezialisierten Rechtsberater gegenlesen) und platzieren Sie einen Link zu diesen ergänzten Datenschutzhinweisen im Infobereich Ihrer Fanpage. Damit sollten Ihnen zumindest Gedankenlosigkeit oder böswillige Absichten nicht mehr unterstellt werden können. Mehr Transparenz und Handlungssicherheit bringt dann hoffentlich die für Ende 2019 angekündigte ePrivacy-Verordnung.

Beste Grüße

Ihr pip-Redaktionsteam

 

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