Dr. K aus Heilbronn fragt

Hallo, liebes Redaktionsteam der pip,

auch Osteoporosepatienten gehören ja nicht mehr zu den erklärten Risikogruppen, für die eine Implantatversorgung ausgeschlossen werden müsste. Es bleibt aber ja Fakt, dass wir hier nicht auf eine normale Knochenzusammensetzung treffen – gibt es dazu irgendwelche Empfehlungen ? Danke für Ihren Rat und schöne Grüße

pip antwortet

Lieber Herr Dr. K.,

wichtig bei Osteoporose-Patientinnen und -patienten ist zunächst die eventuelle Medikation abzuklären wegen der bekannten Nekrose-Risiken unter Bisphosphonat-Therapie. Hierzu finden Sie bei der DGZMK und DGI entsprechende Hinweise. Sie sollten sich daneben eine aktuelle DXA-Messung zeigen lassen oder den Orthopäden konsultieren, um sich ein Bild des Ausmaßes der Erkrankung zu verschaffen. Grundsätzlich sehen Sie bei diesen Patienten meist einen wenig spongiösen Knochen, was bei der Aufbereitung des Implantatbettes beachtet werden sollte. Es sollte unterdimensioniert aufbereitet werden, also der letzte Bohrer für die Aufbereitung gar nicht mehr genutzt werden, um das Implantat selbst stabil eindrehen zu können. Alternativ könnten Sie mit den geeigneten Instrumenten vorab ein Bone Condensing vornehmen, oder über die Führung des Bohrers in Gegenrichtung den Knochen weniger abtragen und eher zu verdrängen. Mit diesen Techniken sollte auch bei Osteoporosepatienten eine gute Primärstabilität des Implantats zu erzielen sein.

Beste Grüße

Ihr pip-Redaktionsteam

 

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