Herr B. aus Nürnberg fragt:

Hallo,  pip,

was ist denn nun – kann ich inzwischen auch Raucher ohne weiteres implantologisch versorgen oder nicht? Für mich galten Raucher, vor allem starke, einst als Ausschluss-Patienten, nun lese ich immer öfter, dass man dank heutiger moderner Implantate und Weichgewebstechniken auch diese Patienten erfolgreich versorgen kann. Die Studienlage ist inzwischen auch nicht mehr eindeutig. Danke für Ihre und die Meinung von Kollegen!

pip antwortet

Lieber Herr B.,

die Studienlage ist eigentlich eindeutig: 4 von 5 Rauchern entwickeln Wundheilungsstörungen, aber nur einer von 10 Nichtrauchern. Bei Rauchern versagen um die 12 % der gesetzten Implantate, bei Nichtrauchern mit 4,76 % deutlich weniger. Einzig verlaufen die Kurven zunächst relativ lange parallel, bis nach ca. 50 Monaten die Implantatverluste bei Rauchern extrem stark ansteigen. Nutzen-Risiko sollte daher weiterhin besonders abgewogen werden, und da Rauchen seine Sexyness inzwischen eh weitgehend verloren hat, sollte eine anstehende Implantatversorgung eher als gute Chance genutzt werden, einen Menschen mehr vom Gift abzubringen. Viel Erfolg und alles Gute!

Ihre  pip-Redaktion

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