Dr. K, Eislingen

Hallo, pip, wie sieht es eigentlich aktuell zum Thema Kronen-Implantatverhältnis aus?

pip antwortet

Lieber Herr Dr. K.,

die Lage hat sich hier deutlich entspannt, nicht zuletzt dank verbesserter Implantat-Materialien und -oberflächen. Es gilt immer noch einige Dinge zu beachten, z. B. ob kurze Implantate die volle Kaukraft und die Laterotrusionskräfte übernehmen oder ob die Führung noch über verbleibende natürliche Zähne erfolgt. Bisweilen wird die Prothetik dann gern ein wenig graziler gestaltet.

Inzwischen ergeben sich aus der Studienlage z. B. zu ultrakurzen Implantatkörpern, die das vorhandene Knochenangebot dank spezieller mikrostrukturierter Oberflächen optimal nutzen, auch bei einem hohen Kronen-Implantat-Längenverhältnis sehr wenige Komplikationen. Das einstige Dogma von einem Kronen-Implantatverhältnis von 1:1 ist über Langzeitstudien (u. a. Lai et al: Long-term outcomes of short dental implants supporting single crowns in posterior region: A clinical retrospective study of 5-10 years; Schneider et al: Influence oft he crown-to-implant length ratio on the clinical performance of implants supporting single crown restorations: a cross-sectional retrospective 5-year investigation) hinreichend widerlegt. Siehe hierzu auch das “kurz & schmerzlos” aus  pip 02/2016. Download. Daneben hat der BDIZ EDI 2016 einen hilfreichen Leitfaden zu kurzen und durchmesserreduzierten Implantaten vorgelegt, der im Mitgliederbereich zum Download bereitsteht.

Herzliche Grüße Ihr  pip Redaktionsteam

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