Frau Dr. G. aus Hamburg fragt:

Liebes  pip-Team,

nun weiß ich gar nicht, ob man es öffentlich fragen kann – aber ich verwende Gingivaformer in der Regel mehrfach, und weiß, dass meine Kolleginnen und Kollegen das durchweg auch so handhaben. Nun bemerkte aber einer, trotz Sterilisation sei das offenbar nicht so ideal. Ist das nur ein von der Industrie gesteuertes Gerücht, damit wir mehr Gingivaformer-Originale verbrauchen, oder ist da was dran ?

Danke für jede Info dazu, gern auch von anderen Kolleg:innen.

pip antwortet

Liebe Frau Dr. G.,

Ihr Kollege hat soweit recht, und es steckt auch nicht die gemeine Industrie dahinter, die Ihnen mit Macht Gingivaformer aufdrücken will. Die Literatur dazu ist noch ein wenig dünn, aber just in der ersten Ausgabe der ZZI 2022 hatten sich Prof. Dr. Karl M. Lehmann und Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer des Themas angenommen, und vieles deutet darauf hin, dass erstens während der Sterilisation nicht zwingend alle biologischen Rückstände entfernt werden, zweitens aber auch durch die mehrfache orale Exposition und wiederholte Sterilisationen die Oberfläche des Gingivaformers so nachteilig verändert wird, dass ein gutes Weichgewebsattachment und der frühe und ungestörte Heilungsverlauf beeinträchtigt werden. Da Sie in der Regel ansonsten keine Kosten und Mühen scheuen, eben diese Prozesse bestmöglich zu unterstützen, stellt sich die Frage, ob das eventuelle Herbeiführen iatrogener Komplikationen die Ersparnis durch die Mehrfachverwendung der Gingivaformer wert ist.

Herzliche Grüße und umso mehr Erfolg!

Ihr pip-Redaktionsteam

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