Herr Dr. K., München

Liebe pip-Redaktion, ich lese und höre absolut Widersprüchliches zur schalblonengeführten oder navigierten Chirurgie. Die einen schwören drauf und erzählen nur von Erfolgsstories, wie viel schneller und präziser sie damit geworden sind, die anderen – vor allem viele erfahrene Behandler, was mich umso misstrauischer macht – warnen, dass es immer noch sehr große Abweichungen gibt und man freihändig mindestens ebenso gut klar kommt, sich also die Investitionen und auch die doch zeitaufwändigen Planungen letztlich gar nicht lohnen. Wer ist jetzt von der Industrie bezahlt, und singt nur deren Hohelied, und was ist die Wahrheit ?

pip antwortet

Lieber Herr Dr. K.,

hilfreich ist sicherlich schon einmal die Zusammenfassung der aktuellen Studien unter „kurz & schmerzlos“. Sie können diese hier nachlesen: Link. Es hat sich in der jüngeren Vergangenheit bei der navigierten Implantation tatsächlich viel getan. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es bei teilbezahnten Patienten schablonengeführt inzwischen zu einer sehr hohen Genauigkeit kommt, bei unbezahnten Patienten sind die Abweichungen etwas höher, allerdings liegen sie auch hier inzwischen unter 2 mm.

Wesentlich ist eine exakte Fixierung der Schablone, was im teilbezahnten Zustand naturgemäß einfacher ist als in einer nur noch schleimhautgetragenen Situation. Neuartige Präzisionspins helfen die Schablone zu fixieren und führen zu erneut geringeren Abweichungen. Es handelt sich nach allen uns vorliegenden Studien und Informationen damit um eine immer noch sehr technikaffine (Fehler sollten sich nicht in den verschiedenen Verfahrensschritten von der Diagnostik über das Matching von Daten bis zur Fertigung der Schablone akkumulieren), aber tatsächlich bei korrekter Durchführung um eine vielversprechende, tatsächlich zeitsparende und präzisionsverbessernde Verfahrensweise.

Herzliche Grüße, Ihr pip-Redaktionsteam

Bild: Pixabay