Herr Dr. M., Xanten

Sehr geehrtes pip-Team, ich sehe bei uns in den wöchentlichen „Blättchen“ immer wieder große Anzeigen von Kollegen, die mit Sofortimplantationen werben? Meine Frage ist nun, wann sind solche Sofortimplantationen wirklich sinnvoll, kann man danach wirklich den Zahn belasten? Ich höre nämlich vermehrt das von Sofortimplantationen immer weiter Abstand genommen wird. Was könnt Ihr mir dazu sagen?

pip antwortet

Lieber Herr Dr. M.,

natürlich gibt es von Patientenseite nichts Verlockenderes, als in einer Sitzung implantologisch und final prothetisch versorgt zu werden. Insofern ist nachvollziehbar, dass Ihre Kollegen lieber mit dieser angenehmen Variante werben als mit aufwändigen, zeit-und kostenintensiven und für den Patienten belastenden implantatchirurgischen und augmentativen Prozessen.

Verbesserungen bei der implantologischen Hardware und bei regenerativen Materialien und Techniken machen heute tatsächlich öfter direkte Implantatversorgungen und -belastungen möglich. Es bleibt aber eine sorgfältige Wahl der Indikation. Meist gibt es einen gravierenden Grund für den vorangegangenen Verlust eines Zahnes oder die Notwendigkeit einer Extraktion. Je kompromittierender dieser ist, desto weniger eignet sich dieselbe Stelle für eine Sofortimplantation.

Näheres finden Sie in den wissenschaftlichen Zusammenfassungen aus pip 03/2015 „Sofortbelastung und Sofortversorgung“ unter diesem Link. Zudem können Sie hier das praktische Konsensus-Papier der EuCC des BDIZ EDI zum Thema herunterladen.

Herzliche Grüße Ihr pip-Redaktionsteam

Bild: Pixabay