Herr Dr. A. aus Osnabrück fragt,

Hallo, pip,

es hieß ja lange, Patienten mit Diabetes solle man wegen eines zu erwartenden schlechteren Heilverlaufs nicht implantieren. Nun gibt es aber offenbar sogar eine Leitlinie, wie man diese Patienten behandeln sollte ? Es geht also doch – und was muss ich beachten? Danke für Ihren Rat und schöne Grüße

pip antwortet

Lieber Herr Dr. A.,

tatsächlich gibt es schon seit 2016 eine seitens der DGI und DGZMK erarbeitete S3-Leitlinie „Zahnimplantate bei Diabetes mellitus“, deren Langversion Sie hier downloaden können: Link

Zu beachten ist noch, dass Patienten mit einem schlecht eingestellten Diabetes tatsächlich anfangs eine verzögerte Osseointegration der Implantate zeigen können, nach Dauer ca. eines Jahres zeigt sich allerdings kein Unterschied mehr zu gesunden Patienten. Früh-und Sofortbelastungen sind unter diesen Voraussetzungen natürlich aber kritisch zu sehen, und auch eventuelle Augmentationen sollten zweizeitig erfolgen statt direkt kombiniert mit der Implantation. Sie sollten den Internisten oder Diabetologen in jedem Fall vor dem Eingriff konsultieren, wie gut der Diabetes eingestellt ist, wie lange die Erkrankung bereits besteht, und sich den HbA1c-Wert nennen lassen. Prophylaktisch hat sich ein single shot eines Antibiotikums und die Verabreichung einer CHX-Mundspülung als vorteilhaft gezeigt, und da auch das Risiko periimplantärer Entzündungen bei einem Diabetes erhöht ist, sollten Nachsorge und engmaschiger Recall entsprechend angepasst werden.

Viel Erfolg und beste Grüße

Ihr pip Redaktionsteam

 

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