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Implantattherapie bei Vitamin D-Mangel?

Dr. K. aus Mülheim fragt

Hallo, pip-Redaktion, was hat es denn nun auf sich mit dem angeblichen Vitamin-D-Mangel und den Auswirkungen auf eine Implantatbehandlung? Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass hier mal wieder ein Modethema losgetreten wurde, um uns und unseren Patienten das Geld aus der Tasche zu ziehen, Motto: Wenn´s schon nix nutzt, schaden tut es auch nicht. Wie ist denn die wissenschaftliche Erkenntnis dazu? Danke für Ihre Nachricht und viele Grüße

pip antwortet

Lieber Herr Dr. K.,

Ihre Zurückhaltung können wir durchaus nachvollziehen, aber in dem Fall handelt es sich tatsächlich nicht um einen industriegesteuerten Hype. Vitamin D3 ist physiologisch de facto von großer Bedeutung (gemäß einer aktuellen Meta-Analyse offenbar auch in der Prävention tumoröser Erkrankungen), und natürlich weisen vor allem betagtere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen, die sportlich weniger aktiv sind, durch eine geringe Tageslicht-Exposition einen echten Mangel auf. Damit sind ohnehin kompromittierte Patienten hinsichtlich ihres Heilungsvermögens zusätzlich eingeschränkt. Bei nicht anderweitig erklärlichen Frühverlusten von Implantaten ergab sich häufig ein bestehender Vitamin-D-Mangel. Die Literatur verweist darauf, dass gezielte prä-operative Vitamin-D3-Gaben positiven Einfluss auf die Osseointegration und die Primärstabilität und damit eine verbesserte Langzeitprognose haben. Hinsichtlich der Dosis wird eine tägliche Gabe von 500-800 IE empfohlen. Viele Kollegen führen erst ab einem Serumspiegel zwischen 4000 und 10.000 IE die Implantatbehandlung durch.Da aber bei Vitamin D grundsätzlich die Gefahr einer Hypervitaminose entstehen könnte, sollte eine Erst-Serumsbestimmung und ein regelmäßiges Monitoring erfolgen. Übrigens wird empfohlen, Vitamin D3 mit K2 zu kombinieren – viele Nahrungsergänzungsmittel bieten diese Kombination bereits in einer Dosis an – da sie die Knochengesundheit bzw. die Aufnahme von Calcium und dessen Verteilung und Verwertung synergistisch unterstützen.

Beste Grüße und umso mehr Erfolg mit Ihren Patientinnen und Patienten

Ihr pip Redaktionsteam