Einer für alle und alle für einen – was einst für die Musketiere galt, könnte heute zum Leitspruch der Dentalbranche werden. Zumindest, wenn es um das Dentalmuseum in Zschadraß geht. Denn dort hängen die Flaggen seit geraumer Zeit quasi auf Halbmast. Dabei beherbergt das Dentalmuseum unfassbare Schätze, die teils mehr als 2500 Jahre alt sind.

Nur wenige Schritte von der Zschadraßer Bushaltestelle entfernt, hat im einstigen Clubhaus der ehemaligen zweitältesten Psychiatrie Deutschlands das Dentalhistorische Museum seinen Platz gefunden. Das, was Andreas Haesler dort zusammengetragen hat, ist eine Sammlung der Superlative. Aus fast allen Ländern der Welt ist etwas zu finden. Europa ist genauso vertreten wie Latein- und Nordamerika, Australien, Neuseeland und Asien. Vor allem die Kombination aus Museum und Wissenschaftszentrum ist in der Museumslandschaft einzigartig – wobei die Bedeutung des Wortes Landschaft wörtlich zu nehmen ist. Denn der gesamte Komplex umfasst ein Museumsgebäude, eine Bibliothek mit Konferenzräumen, ein Technikum für Großgeräte und ein Gästehaus. Kein Wunder also, dass der Unterhalt eines solchen Museums-Schatzes eines substanziellen finanziellen Aufwands bedarf.

Dentale Schätze aus aller Welt und allen Jahrtausenden

Alleine die Kernausstellung erstreckt sich über 250 Quadratmeter. Präsentiert werden hier die Geschichte der zahnärztlichen Berufsausübung, die Geschichte des Zahntechnikerhandwerks, die der Zahnhygiene und der Zahnmedizin sowie kunst- und kulturgeschichtliche Artefakte, darunter über 2500 bildliche Darstellungen. Die ältesten Objekte des Museums sind Munddarstellungen aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend, medizinische Instrumente, mit denen vor 1800 Jahren Zahnschmerzen behandelt wurden, sowie Mundhygieneartikel, die von Prophylaxemethoden von vor 2000 Jahren zeugen. Ein besonderes Exponat ist der Arbeitsplatz eines Zahntechnikers um 1873, das älteste vollständig erhaltene Dentallabor der Welt.

Dentale der Welt – unterstützt Euer Museum!

Das Museum war an der Ausstattung zahlreicher Filme beteiligt, unter anderem dem deutsch-französischen Film „Überleben unter Wölfen“, der Thomas-Mann-Neuverfilmung der Buddenbrooks und der Verfilmung der Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki. Mit den daraus resultierenden Einnahmen finanziert Andreas Haesler Teile des Museums. Trotzdem reicht es derzeit noch hinten und vorne nicht. Staatliche Fördermittel gibt es keine.

Jährlich zählt das Dentalmuseum etwa 2000 Besucher, die zum Teil auch aus dem Ausland anreisen. Das ambitionierte Ziel sind 20.000 Gäste. Damit dies gelingen kann, müssen die Räumlichkeiten auf Stand gebracht und Werbemittel finanziert werden. „Wenn nur zehn Prozent aller Zahnärzte sich mit einem Förderbeitrag von 50,- Euro im Jahr beteiligen, kann das Dentalmuseum in aller Pracht erhalten und weiter ausgebaut werden“, erklärt Andreas Haesler fast schon ein wenig verlegen. Spendenquittungen könne er sofort ausstellen – so wäre der Beitrag steuerlich auch noch absetzbar. Des Weiteren wäre eine finanzielle Unterstützung dieser historischen Dokumentation, in der sich vielfach die Ursprünge heute erfolgreicher Techniken und Produkte finden, seitens der Dentalindustrie denkbar. Denn Haeslers Herzenswunsch wäre es, dass die gegenwärtige ebenso wie künftige Generationen an Wissenschaftlern auf den Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte aufbauen können.

Jetzt unterstützen!

Wenn Sie das Dentalhistorische Museum in Zschadraß unterstützen möchten – hier geht es direkt zum Förderantrag. Eben wie die Musketiere – einer für alle Dentalen und alle Dentalen für einen.