In der Frohnhauser Straße in Essen behandelt Dr. A. Alexander Toth bereits in dritter Zahnarzt-Generation. Mit der dentalen Implantologie hat die Praxis schon im Jahr 1981 begonnen. Nach einigen Praxisjahren im Ausland stieg der zertifizierte Zahnarzt Dr. Toth 2012 in die väterliche Praxis ein. Er blickt auf einen reichen Erfahrungsschatz mit einem sehr heterogenen Patientenstamm zurück, der Einsatz extrakurzer Implantate ist dabei schon lang eine gern angewandte Option. pip wollte mehr dazu wissen und besuchte den sympathischen Zahnarzt in seiner Praxis im Ruhrgebiet.

pip: Vorab zur Definition – Wo fängt für Sie extrakurz an?

Alexander Toth: Gute Frage, denn tatsächlich gibt es da immer wieder babylonisches Gewirr. Ich halte mich da an die etablierten Konsensuskonferenzen: Kurz ist bei mir alles unter acht Millimetern, und extrakurz oder, wie es auch heißt, ultrakurz alles unter sechs Millimetern.

pip: Ihre bevorzugte Indikation für extra kurze Implantate ist …?

Alexander Toth: Inzwischen erwäge ich die Option grundsätzlich bei einem reduzierten Angebot ortsständigen Alveolarknochens im Oberkiefer im Prämolaren- und Molarenbereich, zunehmend auch im Unterkiefer. Also in vielen Situationen, in denen man einst einer Implantatversorgung erst aufwendige Augmentationen vorausgeschickt hätte. Diese Fälle habe ich – das wird Kollegen ähnlich gehen – heute immer häufiger in meiner Praxis.

pip: Diskussionen um das Kronen-Implantatverhältnis, eine zu geringe Verankerungstiefe und die damit angeblich geringere Lebensdauer extrakurzer Implantate verunsichern Sie nicht?

Alexander Toth: Zu all diesen einstigen Streitpunkten verfügen
wir inzwischen über eine sehr fundierte Literaturlage und gute Langzeitergebnisse. Wir arbeiten heute auch mit einer ganz anderen Hardware als unsere Pionierkollegen, und auch die Behandlungskonzepte haben in der letzten Zeit einen Paradigmenwechsel erlebt, weg von aufwendigen und für den Patienten belastenden augmentativen Verfahren hin zu minimalinvasiven Prozessen. Ich bin ganz klar Praktiker, damit schaue ich in erster Linie auf die Lösung, die für meinen Patienten der beste oder auch von ihm gewünschte Weg wäre. Oft scheuen Patienten einen zweiten Eingriff. Nicht nur in der Literatur, auch bei den verfügbaren Konsensuskonferenzen und Leitlinien zu dem Thema bewegen wir uns inzwischen in einem sehr soliden evidenzbasierten Bereich. Einer Studie zufolge haben wir mit dem Design der ultrakurzen Implantate grob das Zweieinhalbfache der Oberfläche – damit hat etwa das von mir verwendete OT-F3-Implantat dieselbe Oberfläche wie ein Zwölfmillimeter-Implantat. Durch das besondere dreidimensionale Design der Oberfläche werden Druck und Zug gleichmäßig verteilt.

pip: Wo sehen Sie überhaupt noch Einschränkungen bei der Indikation, oder worauf sollte man ungebrochen beim Einsatz extra kurzer Implantate achten?

Alexander Toth: Bauchweh bekäme ich unverändert bei endständigen Situationen, wenn ich hier verschrauben müsste. Auch bei Bruxismus bin ich, je nach Lage des Implantates, eher zurückhaltend. Und ich mache standardmäßig bei Anwendung extrakurzer Implantate einen internen Sinuslift.

pip: Wo sehen Sie für den Patienten den größten Benefit extrakurzer Implantate?

Alexander Toth: Ganz klar in der Vermeidung eines Zweiteingriffes und Ausschluss der damit verbundenen Risiken, in einem deutlich höheren Komfort und letztlich auch finanziellen Vorteilen.

pip: OT medical und deren extra-kurzes OT-F3 ist ein von Ihnen bevorzugter Partner – verraten Sie uns den oder die Gründe für diese Entscheidung?

Alexander Toth: Ich bin über einen Workshop bei Dr. Daniel Ferrari mit dem Thema erstmalig in Berührung gekommen. Das sehr kollegiale und unterstützende Miteinander haben mich wirklich beeindruckt. Dr. Ferrari erklärte sich auch sofort und ganz unkompliziert bereit, ihn ansprechen zu dürfen, falls ich zu einem späteren Zeitpunkt noch Fragen hätte. Auch dieses Netzwerken schätze ich sehr. Kurz danach hatte ich in meiner Praxis einen genau passenden Fall, und OT medical kamen sofort mit zwei Kollegen vorbei, um mich bei meinen ersten eigenen Schritten zu unterstützen. Ich kenne die Leute dort alle persönlich – mir gefällt so etwas, ich mag den direkten Draht zu Herstellern, mit denen ich viel zusammen arbeite.

pip: Herzliches Dankeschön für Ihre Zeit und dieses Gespräch, Herr Dr. Toth.