1995 gründete Prof. Dr. Manfred Lang in Nürnberg das IFZI – das Internationale Fortbildungszentrum für Zahnärztliche Implantologie. Der neue medizinische Leiter, Prof. Dr. Ingo Voges, hat das Konzept grundlegend überarbeitet und eine moderne Plattform für Fortbildung, Austausch und Networking geschaffen.

Interview mit Prof. Dr. Ingo Voges – Medizinischer Leiter IFZI

pip: Wo sehen Sie konkret die Bedürfnisse der Zahnärztinnen und Zahnärzte, die heute in der implantologischen Praxis erfolgreich sein wollen?

Ingo Voges: Die universitäre Ausbildung entlässt den Behandler weitgehend unvorbereitet für die dentale Implantologie, die der Patient heute von ihm erwartet. Literatur, Webinare oder passive Kongresse helfen sicherlich, einen Gesamtüberblick des Fachs zu erhalten, setzen aber nicht den entscheidenden Impuls, den ich brauche, um wirklich in der Praxis und am Patienten zu arbeiten. Keiner setzt am Patienten den ersten Schnitt, nur weil er es zuvor Tausende Male an großen Experten-Meetings gesehen hat. Dafür braucht es die praxisgerechte individuelle Schulung, dafür muss man auch mal die Hand des Behandlers führen und mit dem Phantom-Trainingskonzept das erste und echte Gefühl vermitteln, am Patienten zu agieren. Denn jeder hat anfangs Unsicherheiten und macht Fehler – was sogar gut ist, denn aus Fehlern lernen wir am meisten – und die macht man besser am Phantom als am Patienten.

pip: Also – vier Tage am IFZI und ich bin ein versierter implantologisch tätiger Zahnarzt?

Ingo Voges: Nein. Dafür nehmen wir unsere Kursteilnehmer und deren Verantwortung für ihre Patienten viel zu ernst. Allerdings kann ich Ihnen versprechen, dass Sie schon mit Ihrem ersten Kurstag am IFZI Erfahrungen und neue Fähigkeiten mitnehmen, die Sie direkt in Ihrer Praxis umsetzen können. Unser modulares Konzept ist zunächst in vier Basismodule aufgebaut. In Verbindung mit weiteren Spezialmodulen wie einer Live-OP unter Supervision und der Schulung des Praxisteams haben Sie bereits eine so kompakte und fundierte Ausbildung, dass Sie in Ihrer Praxis erfolgreich implantieren können. Wir binden dabei ganz bewusst das gesamte Team bis zum Zahntechniker mit ein. Denn Implantologie ist Teamwork – mit den modernen digitalen Methoden mehr denn je. Ebenso haben wir Kooperationen mit ausgewählten Industriepartnern etabliert, damit die Teilnehmer am IFZI auch mit den Geräten und Materialien von heute in Berührung kommen, die Eignung für das eigene Vorgehen prüfen und das Handling einüben können. Nach oben hin ist Ihnen wiederum vieles offen, von weiteren Spezialmodulen über den Nachweis des Tätigkeitsschwerpunktes Implantologie bis hin zu einem vollständigen Curriculum. Da die Module aber alle ineinander greifen, lernen Sie nichts doppelt, verlieren keine kostbare Zeit oder addieren unnötig Kosten, sondern erhalten immer die Ihrem Stand und Ihren Bedürfnissen entsprechenden Inhalte und Übungen.

pip: Was macht Sie besonders – was sagen beispielsweise ehemalige Absolventen?

Ingo Voges: Bei mehr als 5.000 ehemaligen IFZI-Absolventen könnten Sie mir da jetzt lange zuhören. Was uns auszeichnet, ist unisono der durch die kleinen Teilnehmergruppen sehr hohe und reale Praxisbezug. Unsere Gruppen bestehen aus drei Teilnehmern und einem Trainer. Die Teilnehmer übernehmen dann rotierend die Rolle des Operateurs, der stehenden und der sitzenden Assistenz. Jeder macht also seine eigenen Erfahrungen in der jeweiligen Rolle, lernt aber dazu kollektiv aus dem Verhalten und den Fehlern der anderen. Daneben werden das sehr persönliche Engagement unserer Referenten und die sehr individuelle Betreuung weit über die direkte Kursteilnahme hinaus immer sehr lobend erwähnt. Auch nach den Modulen bieten wir uns als Ansprechpartner und mit den erfolgreichen IFZI-Absolventen im In- und Ausland als Netzwerk an. Mit uns können Sie sich austauschen und Sie bekommen Antworten auf Ihre Fragen. Wenn Sie sich bei einer besonders herausfordernden Indikation in Ihrer eigenen Praxis doch nicht ganz sicher sind – was wir eher für eine Tugend als einen Makel halten – besteht jederzeit die Möglichkeit, über eine IFZI-Supervision in Ihrer Praxis und an Ihrem eigenen Patienten diesen entscheidenden Schritt dazuzulernen. Damit bekommen wir umgekehrt auch wieder kontinuierlich gute Impulse aus der Praxis, welche Inhalte wir unsererseits vertiefen oder hinzunehmen sollten. Die dentale Implantologie war und ist ja ein sehr dynamisches Gebiet. Unsere Teilnehmer bewerten das IFZI als eine der effektivsten und kostengünstigsten Möglichkeiten, die dentale Implantologie erfolgreich in ihrer Praxis zu integrieren.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.