Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei spezifischer Belastung von Implantaten Zug- und Druckkräfte auftreten, die einen Pump-Effekt erzeugen. Unter Belastung öffnen und schließen sich die Randspalten an den Verbindungsstellen der Implantate und lassen minimale Mengen an Flüssigkeiten wandern. Das feuchtwarme Milieu in den Hohlräumen der Implantate bietet dann ein ideales Umfeld für ein rasches Biofilmwachstum mit Bakterien und Keimen aller Art, die bei erneutem Austritt periimplantäre Entzündungen und Knochenabbau in der unmittelbaren Umgebung begünstigen können.

Der SilverPlug wird auf die benötigte, ausgemessene Länge zurückgeschnitten.

Der Hersteller Zantomed stellte nach Umfragen in einschlägigen Social-Media-Fachgruppen fest, dass die Problematik grundsätzlich bekannt ist und bereits verschiedene Versuche unternommen werden, die entstehenden Hohlräume abzudichten. Meist werden mit recht viel Phantasie unterschiedliche Produkte eingebracht – CHX-Gele, antibakterielle Augentropfen oder Vaseline, angepasste Wattepellets, Verbandsstoff oder anderes Fasergewebe – um die neuralgischen Stellen zu versiegeln. Während die ersten Alternativen meist eine zu geringe Verweildauer aufweisen, führen die zweiten nach einer Weile eher zu einer Verschlechterung der bakteriellen Situation im Implantatkörper, was bei einer Wiederöffnung dermaßen behandelter Implantate durch einen Geruchstest eindeutig wird. Offenbar gibt es aktuell nur zwei als Medizinprodukt zugelassene und wirksame Materialien für eine Reduktion der Keimbelastung in Implantatinnenräumen. Gap-Seal von Hager & Werken basiert auf einem Silikonmatrix-Wirkstoffkomplex und wurde in pip bereits beschrieben. Neuartig ist SilverPlug, ein Produkt auf Silberzeolith-Basis, welches bei Zantomed, dem exklusiven Vertriebspartner für Deutschland und Österreich, erhältlich ist.

Der SilverPlug Stab wird in das verschraubte Abutment gesetzt.

Hohe antibakterielle Wirkung

SilverPlug ist ein anpassbarer Polymerstab aus einem Kautschukgemisch mit einem hohen Anteil an Silberzeolith. Dieses ist bekannt für eine außergewöhnlich hohe antibakterielle Wirkung. Bereits seit der Antike wird der Wirkstoff als antiseptisches Mittel in der Medizin eingesetzt und hat in Studien die Verbesserung von Wundheilungen gezeigt (Wilkinson et al 2011). Eine an der Europerio in Wien 2012 präsentierte mikrobiologische Posterstudie von Rasperini et al. ergab eine signifikante Reduzierung anaerober Keime im Innenraum von Implantaten.

 

Verschluss mit einem Flowable-Komposit

Wesentlich ist auch, dass die Anwendung von SilverPlug die normale Vorgehensweise bei der Insertion verschraubter Implantate kaum unterbricht oder gar abändert: Nach Desinfektion des Implantatinnenraums durch ein CHX-Gel und der Reinigung und Desinfektion des Abutments mit Ultraschall und Hypochlorid entnimmt man den sterilen SilverPlug-Stab aus seiner Packung und schneidet ihn auf die benötigte Länge zu. Nun setzt man den Stab in das bereits verschraubte Abutment und adaptiert ihn mit leichtem Druck. Die verbleibende Öffnung wird mit Flowable Komposit verschlossen und polymerisiert (siehe Illustrationen). Das umliegende Gewebe zeigt in Untersuchungen durch diese Verhinderung übermäßigen bakteriellen Befalls deutlich geringere Entzündungsreaktionen.