Mit zirka 300 Teilnehmern war die Veranstaltung „Implants and more“ von Dentsply Sirona am 7. und 8. September im Empire Riverside Hotel in Hamburg schon Monate vorher ausgebucht. Der Kongress bot durchweg Vorträge hochklassiger Referenten und eine breite implantologische Themenvielfalt.

Prof. Dr. Christian Mertens

Nach der Eröffnung durch den Vertriebsleiter von Dentsply Sirona Implants Stefan Markus Schulz und dem Moderator der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets referierte Prof. Dr. Christian Mertens aus Heidelberg zum Thema „Therapiekonzepte im digitalen Workflow“. Anhand zahlreicher Fallbeispiele beschrieb er das aktuell mögliche digitale Vorgehen – von der Planungsphase über die chirurgische Therapie, die digitale Abformung, die Herstellung des Zahnersatzes im Labor bis zur Eingliederung der Restauration. Fazit: Durch digitale Verfahren nimmt die Vorhersagbarkeit des therapeutischen Ergebnisses deutlich zu, insbesondere wenn alle an der Therapie beteiligten Personen (vom Chirurgen über den Zahntechniker bis zum Prothetiker) in die Planung einbezogen werden.

Implantologie: Von Periimplantitis und Prävention

Prof. Dr. Georgios Romanos

Als zweiter Referent sprach Prof. Dr. Daniel Grubeanu aus Trier über die „Obligaten Faktoren in der periimplantären Ästhetik“. Er beleuchtete anhand vieler Fallbeispiele einzelne Faktoren im Detail: Behandlung von Hart- und Weichgewebe, Implantationszeitpunkt, Planung der korrekten dreidimensionalen Implantatposition, Material und Defektanatomie, Provisorium und individuelle Abutments. Werden diese fünf Faktoren akribisch beachtet, können optimale ästhetische Ergebnisse erzielt werden. Als letzter Sprecher des Freitags referierte Prof. Dr. Georgios Romanos aus New York zum Thema „Zukunft in der Implantologie“. Für ihn sind Prävention und Risikomanagement, neue (digitale) Technologien, die interprofessionelle Ausbildung sowie die Gesundheitsförderung der Schlüssel für zukünftige Entwicklungen. 

Implantologie: Vom Knochen- und Implantataufbau

Prof. Dr. Fouad Khoury

Am Samstagmorgen eröffnete Prof. Dr. Fouad Khoury die Veranstaltung mit dem Thema „Intraorale Knochenentnahmetechniken“. Für Prof. Khoury ist autogener Knochen nach wie vor der Goldstandard bei intraoraler Knochendefektdeckung. Zur Gewinnung des Knochens beschrieb er insbesondere die Entnahme von Karotten mittels Trepanbohrern sowie die Herauslösung von Knochenblöcken mit der MicoSaw aus der Linea obliqua externa.

Nach der Kaffeepause zündeten Dr. Peter Gehrke und ZT Carsten Fischer ein wahres Feuerwerk zum Thema „Neue Horizonte in der Implantatprothetik – digital, zementiert/verschraubt“. Ihre Betrachtungen gingen von der Biologie des periimplantären Weichgewebes über Standardabutments vs. customized Abutments, zementierte vs. verschraubte Suprakonstruktionen, zweiteilige Klebeabutments bis hin zur Rauigkeit individuell gefertigter Abutments und der Notwendigkeit zur Reinigung vor der Insertion am Patienten. Fazit: Man muss Prozesse analog beherrschen bevor man erfolgreich digitale Technologien einsetzen kann. 

Workshops und Get-together

ZT Carsten Fischer und Dr. Peter Gehrke

Vor der Mittagspause fanden drei parallel verlaufende Workshops statt. Dr. Martin Christiansen gab „Praktische Tipps aus der Praxis für die Praxis“, ZT Carsten Fischer zeigte „CAD/CAM-Abutments: digitale Lösungen für analoge Herausforderungen“ und Dipl. ZT Olaf van Iperen präsentierte „Vergleichende wissenschaftliche Daten zur Versorgung auf Stegen, Teleskopen und verschraubten Brücken“. Zum Abschluss der Veranstaltung referierte der Motivationstrainer Marc Gassert lebendig und humorvoll zum Thema „Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten“.

Zusätzlich zum fachlich anspruchsvollen Programm profitierten die Teilnehmer auch vom kollegialen Erfahrungsaustausch in den Pausen und bei einem Get-Together. Ein ähnlicher regionaler Implantologie-Kongress findet am 28./29. September in Stuttgart statt.