Kite & Education – mit einigem Geunke begleitet wurde vor dem Herbst 2018 die von den beiden Sponsoren Bien-Air und Mectron brandneu eingeführte Fortbildungswoche auf Sylt. Doch die beiden Chirurgie-Spezialisten straften alle Lügen mit einem Event der Extraklasse, zwölf begeisternden Referenten und begeisterten Teilnehmern, von denen viele am Schluss der Veranstaltung sofort eine Wiederholung einforderten. Kite & Education geht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. mult. Robert Sader vom 1. bis 6. September 2019 daher in die Fortsetzung. pip sprach mit Dr. Frank Maier aus Tübingen als einem der diesjährigen Referenten.

pip: Letztes Jahr war zunächst von „verlängerten Sommerferien für Chirurgen“ die Rede …

Frank Maier:  Vergangenes Jahr war auch ich Teilnehmer bei Kite & Education. Ich denke, Referenten wie Teilnehmer haben im Alltag eher wenig freie Zeit übrig. Zusätzlich zur Arbeit kommt sportliche Betätigung häufig zu kurz. Zudem wünschen wir erstklassige Fortbildung, wollen aber nicht unnötig viel unserer knappen Freizeit dafür opfern. Von Kite & Education versprach ich mir beides und habe mich daher gleich angemeldet. Meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Es ergab sich mit vielen Kollegen ein sehr persönlicher Austausch auf Augenhöhe. Die Referenten waren nicht nur beim Kiten, sondern auch bei den Vorträgen der Kollegen immer anwesend, was zu vielen konstruktiven Diskussionen führte. Auch für sehr individuelle Fragen standen diese Spezialisten die ganze Woche über zur Verfügung, was auf Fortbildungen eher selten ist. Zudem haben sich für mich etliche neue Kontakte, fachlich und freundschaftlich, ergeben. Dieses Konzept kommt mir also sehr entgegen.

pip: Wir sind unter uns, also mal ganz ehrlich: Wie viel ist nun echte Fortbildung und wie viel Kite-Surf-Jokus?

Frank Maier: Das Programm war straff und wird es auch in diesem Jahr sein. Jeden Tag hatten wir Vorträge und aufwendig organisierte Workshops. Das Kiten wurde je nach Windverhältnissen in den Tagesablauf eingebaut. Der größere Teil der Teilnehmer versuchte sich dabei zum ersten Mal in diesem Sport. Transfer, Ausrüstung und Unterricht waren effizient organisiert. Alle hatten viel Spaß. Daher sehe ich die Veranstaltung als ein tolles neues Konzept, bei dem hochwertige Fortbildung um sportliche Aktivität ergänzt wird. Durch die gemeinsamen Erlebnisse beim Kite-Surfen wuchs die Gruppe schnell zusammen. Das wirkte sich unmittelbar auf die fachliche Interaktion der Teilnehmer aus. In den Vorträgen, Hands-On-Übungen und beim abendlichen Austausch wurde der Umgang schnell offen und vertraut. Von einem solchen Niveau profitieren alle. Unter www.kite-education.de/ kann sich jeder über das Programm und die Riege der diesjährigen Regerenten informieren – solche hochklassigen Leute finden sich nicht ein, nur um einen Tag am Strand zu verbringen.

pip: Was werden dieses Jahr die Schwerpunktthemen sein?

Frank Maier: Es ist eine erklärte chirurgische Intensiv-Woche, daher geht es konkret um bewährte Konzepte und neue Techniken beim Hart-und Weichgewebemanagement. Daneben gibt es ein Update der für den chirurgisch tätigen Zahnarzt besonders relevanten Leitlinien. Und natürlich behandeln wir auch die aktuellen Themen des Einsatzes von PRF zur Heilungsverbesserung sowie den Einsatz von Vollkeramikimplantaten. Zudem werden Themen behandelt, wie Praxismarketing, Patientenkommunikation und die Verbesserung interner Praxisabläufe.

pip: Und warum ausgerechnet Kiten und nicht Golf oder Reiten?

Frank Maier: Die meisten der Referenten, auch ich persönlich, sind begeisterte Kiter. Der Sport fördert das Gemeinschaftsgefühl, Kiter arbeiten zusammen, nicht gegeneinander. Man benötigt verlässliche Partner für den Start und die Landung, jeder hilft jedem, der Erfahrene leitet den Einstgeiger an. Der Sport schafft Gemeinsamkeiten und verbindet. Die Analogien zur Chirurgie müssen nicht an den Haaren bzw. den Kite-Leinen herbeigezogen werden: Sicherheit, gute Schulung, Beherrschung der Technik und Erfahrung sind beim Kite-Surfen ebenso wie in der Zahnmedizin die Grundlagen für langfristigen Erfolg – dieses Gefühl hat letztes Jahr auf tolle Weise die ganze Teilnehmergruppe durchdrungen. Viele von uns werden sich daher im September dieses Jahres wiedersehen – aber natürlich freuen wir uns auch auf neue Gesichter!

pip: Herzliches Danke für Ihre Zeit und dieses Gespräch.