Zum sechsten Mal lud CP GABA zum Symposium ein, diesmal unter dem Motto „Zukunft der Zahnmedizin – Mundgesundheit im Fokus“. Den Teilnehmern wurde in Leipzig ein praxisnahes Vortrags-Konzept mit renommierten Referenten geboten, welches den aktuellen Wissensstand in der modernen Zahnmedizin widerspiegelte.

Einer der vielfältigen Themenkomplexe der zweitägigen Veranstaltung waren klinische Aspekte in der Implantat-Prophylaxe. Eine entscheidende Strategie zur Steigerung der Erfolgsquote bei Implantaten ist die Vermeidung von Erkrankungen des periimplantären Gewebes.

Die Ursachen des Knochenabbaus

Prof. Dr. Reiner Mengel, CP GABA Symposium (Bild): CP GABA/Böhle

Prof. Dr.Reiner Mengel, Universität Marburg, informierte in seinem Vortrag über die Ursachen des Knochenabbaus. „Die richtige Prophylaxe kommt erst dann zum Tragen, wenn das Wissen über die Ursachen des Knochenabbaus vorhanden ist“, sagte er und zeigte anhand von relevanten Studien, dass Mukositis, Gingivitis, Periimplantitis und Parodontitis zu den häufigsten Ursachen für Knochenabbau gehören. Ebenso können biomechanische Belastungen Einfluss auf die Entstehung einer Knochenatrophie haben und zum Verlust eines Implantates führen. Prof. Mengel stellte die verschiedenen Schweregrade von Knochenatrophie anhand von Fallbeispielen vor.

Wissenswert: Die Häufigkeit einer diagnostizierten Periimplantitis beträgt laut einer Studie bis zu 26 Prozent und die einer Mukositis bis zu 56 Prozent [1].

Empfohlene Prophylaxe-Maßnahmen: „Die Empfehlungen der S2k-Leitlinie Kariesprophylaxe bleibender Zähne sind die für mich wissenschaftlich anerkanntesten zur Zeit“, erklärte Prof. Mengel. Nach dieser AWMF-Leitlinie führen das zweimal tägliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta (beispielsweise elmexKariesschutz Professional) oder die Anwendung von Mundspülungen zur Wachstumshemmung kariogener Mikroorganismen. Mengel stellte eine Doppelblindstudie mit 44 Patienten mit experimenteller Gingivitis vor: Darin hat sich erwiesen, dass meridol Mundspülung mit Aminfluorid/ Zinnfluorid einen anti-inflammatorischen Effekt auf das Weichgewebe hat [2].

Implantat-Prophylaxe-Konzeptdes Referenten: Ein regelmäßiger Zahnbürstenwechsel, eine fluoridierte Zahnpasta, Mundspüllösungen, Zahnseide oder Interdentalbürsten, drei bis sechsmonatiger Recall je nach Risikoprofil, klare Instruktionen für die häusliche Mundhygiene und geschultes Fachpersonal sind wesentlich für einen Langzeiterfolg.

„Do´s“ in der professionellen Implantat-Prophylaxe

DH Sabrina Dogan, CP GABA Symposium (Bild: CP GABA/Böhle)

Das Thema Implantate und Mundgesundheit behandelte auch der Kurzvortrag „Prophylaxe und Implantate“ von Dentalhygienikerin Sabrina Dogan(Mauer/Heidelberg). Sie überzeugte mit einem durchdachten Prophylaxe-Konzept. Nach ihrem Vortrag beantwortete sie im Rahmen des fachlichen Erfahrungsaustausches „Meet & Talk“ die Fragen der Teilnehmer und gab praktische Tipps für die Implantat-Prophylaxe in der zahnärztlichen Praxis.

Recall bei Implantat-Patienten: „Das wichtigste ist das Fachwissen im Prophylaxe-Team. Vom Praxisinhaber bis zum Fachpersonal sollte eine Sprache gesprochen werden. Unser Prophylaxe-Konzept sieht einen dreimonatigen Recall vor. Die Implantate werden regelmäßig fotodokumentiert, gemessen sowie auch röntgenologisch befundet“, so Sabrina Dogan.

Häuslichen mechanischen Implantat-Nachsorge: „Jeder Patient erhält ein individuelles Nachsorge-Konzept“. Neben der optimalen Nachsorge ist eine perfekte Mundhygiene die wichtigste Voraussetzung für eine lange Überlebensrate von Implantaten. Die mechanische Plaque-Kontrolle sei häufig nicht ausreichend. Vielmehr wird zusätzlich der Einsatz von Mundspüllösungen, beispielsweise meridol, zur chemischen Plaque-Kontrolle empfohlen. Die Kombination aus Aminfluorid/Zinnfluorid reduziere die allgemeine Lebensfähigkeit der Bakterien. Dadurch werde die Beseitigung vorhandenen Zahnbelags gefördert und das bakterielle Wachstum gehemmt.

 

Quellen:

[1] Swierkot K, et al. J Periodontol. 2012.

[2] Nonnenmacher C et al. Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift 59, Ärzteverlag (2004).