Die dritte Reihe unserer Übersichtsserie zum digitalen Workflow widmet sich der computerunterstützten Herstellung prothetischer Suprakonstruktionen. Diese ist das letzte Glied der digitalen Prozesskette der CAD/CAM-Technologie. Das Ziel CAD/CAM- gestützter Herstellungsverfahren ist die passgenaue Fertigung von Einzelkronen sowie ein- oder mehrgliedriger Brückengerüste bis hin zu Vollversorgungen des zahnlosen Kiefers. Bevorzugte Materialien zur CAD/CAM-Gerüstherstellung sind Titanlegierungen und Zirkonoxid, welche mittels Schleifeinheiten aus Blöcken gefräst oder im Druckverfahren hergestellt werden.

Zahlreiche Studien – die meisten davon sind In vitro-Untersuchungen – be- schäftigen sich mit der Passgenauigkeit und der Belastbarkeit von prothetischen Gerüsten in Abhängigkeit von ihrem Herstellungsverfahren, der Präparationsform und/oder des verwendeten Materials. Die Passgenauigkeit äußert sich im Rand- und Innenbereich (Intaglio) der Kronen als vertikale bzw. horizontale Abweichung sowie am spannungsfreien Sitz (Passive Fit) der Restaurationen. Bei großen Brückenrekonstruktionen und Ganzkieferversorgungen kann es bei konventionellen Gussverfahren zu Spannungen im Brückengerüst kommen, die mittels CAD/CAM- Verfahren umgangen werden sollen. Der so genannte Sheffield- bzw. Einschrauben-Test gibt Auskunft über den spannungsfreien Sitz der bedingt abnehmbaren auf Implantaten verschraubten prothetischen Vollversorgung im zahnlosen Kiefer. Dabei wird zur Befestigung der Suprakonstruktion nur eine Schraube im am weitesten distal liegenden Implantat angezogen, während die prothetische Rekonstruktion auf den restlichen Implantaten passiv aufliegt.