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Hartgewebsaugmentation

Der vorliegende k&s-Beitrag der aktuellen pip beschäftigt sich ausschließlich mit Augmentationsmaterialien und Augmentationsmaterialien. Auch hier war es wie im vorherigen Beitrag in pip k&s 2/2025 zur Weichgewebsregeneration aus anatomischen und physiologischen Gründen nicht einfach, Augmentationsmaßnahmen im Hart- und Weichgewebe unabhängig voneinander zu betrachten. Ebenso schwierig war es, regenerative von augmentativen Maßnahmen deutlich zu trennen, da diese teilweise kombiniert angewendet werden. Daher enthält die Literaturauswahl teilweise auch Kombinationen aus diesen beiden Techniken. Maßnahmen zur Ridge Preservation wurden im Ganzen nicht berücksichtigt. Aufgrund der hohen Anzahl an systematischen Reviews und Metaanalysen konnten andere Studientypen nicht berücksichtigt werden.

Materialvergleiche und Studienübersicht

Hinsichtlich der Materialien befassten sich die Untersuchungen mit dem Vergleich zwischen autologen versus xenogenen Knochenblöcken [Christensen, et al., 2023; Sánchez-Labrador, et al., 2021], autologen versus allogenen Knochenblöcken [Donkiewicz, et al., 2021], autologen Knochenblöcken mit oder ohne Barrieremembranen [Sgavds, et al., 2020], xenogenen Knochenblöcken zur horizontalen Augmentation [Liu, et al., 2025], allogenen Knochenblöcken [Pérez-González, et al., 2020; Purohit, et al., 2024], autologen Knochenblöcken versus einer deserierten Knochenregeneration (GBR) [Robert, et al., 2023], dem Einsatz von „sticky bone“ [Sareen, et al., 2024], Knochenringen aus autologem oder allogenem Knochen mit einer simultanen Implantation und vertikalen Augmentation [Sáez-Alcaide, et al., 2020] bzw. autologen, allogenem oder xenogenem Knochen zur Sinusbodenaugmentation [Sáez-Alcaide, et al., 2023, Zhao, et al., 2024].

Andere systematische Reviews befassen sich mit der Sinusbodenaugmentation u. a. mittels autologen, allogenen, xenogenen und alloplastischen Knochens sowie Kombinationen dieser Materialien [Al-Moraissi, et al., 2022; Al-Moraissi, et al., 2020] bzw. Mischungen aus allogenem/xenogenem Knochen, xenogenem Knochen/Polymeren oder autologem Knochen/bioaktivem Glas [Chen, 2025]. Eine Netzwerk-Metaanalyse beschäftigte sich ebenfalls mit autologen, xenogenen, allogenen und alloplastischen Augmentaten sowie bioaktiven Substanzen, Hyaluronsäure und Kombinationen dieser Materialien [Khijmatgar, et al., 2023]. Verschiedene Arbeiten beschäftigten sich auch mit Zähnen als Augmentationsmaterial in der Kieferhöhle [Ghodsian, et al., 2024] oder bei der lateralen Alveolarkammaugmentation [Guan, et al., 2023], die zu guten ersten Ergebnissen führten.

Ergebnisse zur Überlegenheit autologen Knochens

Die Überlegenheit autologen Knochens wurde gegenüber verschiedenen Mischungen aus bovinem Knochen, plättchenreichem Plasma, Knochenmark-Aspiraten und bioaktiven Materialien entweder infrage gestellt [Chen, 2025; Trimmel, et al., 2022] oder im Vergleich zu ähnlich wirkenden Verfahren wie der DO oder xenogenen, allogenen und bioaktiven Materialien zumindest relativiert [Elboraey, et al., 2025]. Bei der Augmentation der Kieferhöhle scheint jedoch autologer Knochen zu besseren histomorphometrischen Ergebnissen zu führen als „alternative Materialien“ [Starch-Jensen, et al., 2020].

Implantatüberlebensraten und Komplikationen

In einer Übersichtsarbeit konnten in autolog gewonnenen Blockaugmentaten im Vergleich höhere Implantatüberlebensraten als in allogenen Knochenblöcken ermittelt werden [Donkiewicz, et al., 2021]. Dabei gab es jedoch signifikant höhere Implantatüberlebensraten in rein kortikalen autologen Knochenblöcken als in kortiko-spongiösem Knochen. Auch bei der Implantation in xenogene Knochenblöcke waren höhere Implantatverlustraten feststellbar als in autologen Blockaugmentaten [Liu, et al., 2025]. Andere Untersuchungen konnten jedoch zeigen, dass auch bei Implantation in allogenen Knochen hohe Implantatüberlebensraten von bis zu 96,87 % und sehr niedrige Resorptionsraten der Augmentate ermittelt werden konnten [Purohit, et al., 2024].

Beim Vergleich einer autologen Blockaugmentation zur GBR mit autologen Augmentaten aus extraoral gewonnenen Beckenkammtransplantaten wurden signifikant niedrigere Implantatverlustraten ermittelt als bei autologen Knochen aus intraoralen Spenderstellen [McKenna, et al., 2022]. Mit der Gewinnung von Knochen aus dem Beckenkamm traten zudem häufiger Komplikationen in Form von Schmerzen, Beeinträchtigungen beim Gehen und Sensibilitätsstörungen auf. Zu gegenteiligen Ergebnissen kamen die Autoren eines aktuellen Reviews. Dort wurden hohe Langzeit-Implantatüberlebensraten nach Insertion in nicht vaskularisierten Knochen aus dem Beckenkamm oder dem Schädeldach und in vaskularisierten Knochen aus der Fibula ermittelt [Moraschini, et al., 2024].

Materialkombinationen und Vergleich verschiedener Techniken

Kombinationen aus verschiedenen Materialien scheinen grundsätzlich zu einem Vorteil bei der Knochenneubildung [Al-Moraissi, et al., 2022], zu besseren histomorphometrischen Ergebnissen [Al-Moraissi, et al., 2020] oder einem Knochenzugewinn bei der Sinusbodenaugmentation [Trimmel, et al., 2022] zu führen. Autologe Blocktransplantate für vertikale Augmentationen scheinen offensichtlich Techniken wie der GBR [Robert, et al., 2023] und dem kortikalen Tenting [Aloy-Prösper, et al., 2022] in Bezug auf den mittleren Knochenzugewinn und die Resorptionsraten unterlegen zu sein. Allerdings wurden bei der GBR höhere periimplantäre Knochenverluste beobachtet [Robert, et al., 2023], während bei der Tenting-Technik geringere periimplantäre Resorptionsraten ermittelt werden konnten [Aloy-Prösper, et al., 2022].

Fazit

Komplikationen scheinen insbesondere nach vertikalen Augmentationen aufzutreten [Alotaibi, et al., 2023; Donkiewicz, et al., 2021]. Die heterogenen Erkenntnisse dieser Literaturauswahl weisen darauf hin, dass es für die Hartgewebsaugmentation derzeit grundsätzlich keine Technik und kein Material zu geben scheint, die anderen Techniken und Materialien in Bezug auf Resorptionsraten, Komplikationen oder Implantatüberlebensraten eindeutig überlegen ist.