Oralchirurgen beherrschen durchaus auch nicht-invasive Disziplinen wie die Prophylaxe. Und Kulzer Dental als Hersteller des ‚Taschen-Minimierers‘ Ligosan deckt neben der Volkskrankheit Parodontitis auch die Periimplantitis ab. Wir lassen mit Eleni Kapogianni eine oralchirurgische Expertin zu Wort kommen.

Interview mit Eleni Kapogianni, M.Sc., Fachzahnärztin für Oralchirurgie, M.Sc. Implantologie; Parodontologie

pip: Welchen Stellenwert hat in Ihrer oralchirurgischen Praxis die Prophylaxe?

Eleni Kapogianni: Einen sehr hohen Stellenwert. Da ich meinen Schwerpunkt ebenso in der Implantologie wie auch der Parodontologie habe, bin ich überzeugt, dass das Wissen aus dem einen Bereich streng mit dem Wissen aus dem anderen verbunden ist. Will heißen, wir haben hohe Anforderungen an die Hygiene und die Gesundheit des Weichgewebes, um Implantate genauso wie auch um natürliche Zähne. Aus diesem Grund gehört die Prophylaxe auch im erweiterten Sinne einer Hygienisierung grundsätzlich und verpflichtend zu meinem Praxiskonzept. Es ist ja schön, dass wir heute die Möglichkeiten der dentalen Implantologie in unserem Arsenal haben – aber wir wollen uns diese Option doch so lange wie möglich offen halten.

pip: Verfolgen Sie ein bestimmtes präimplantolgisches und postimplantologisches Prophylaxe-Protokoll?

Eleni Kapogianni: Bevor wir in die chirurgische Intervention gehen, geht eine Hygienisierungsmaßnahme in Form der Prophylaxe zwingend voraus. Oft ist ein parodontologisches Problem bei unseren zu implantierenden Patienten vorhanden, sodass allem vorangestellt eine saubere Vorbehandlung in Form einer gründlichen Parodontitis-Behandlung erfolgen muss. Erst danach wird implantiert. Und im Anschluss daran – wobei hier schon die Phase der Freilegung und Versorgung mit Gingivaformern eingeschlossen wird – erfolgen eine besonders intensive Mundhygieneinstruktion mit einer den Bedürfnissen angepassten individuellen Prophylaxe und entsprechenden Recalls. Dabei werden auch die besonderen Hilfsmittel für die Pflege implantatgetragenen Zahnersatzes mit den Patienten trainiert.

pip: Welche Erfahrungen machen Sie hinsichtlich Patientenmotivation und Compliance?

Eleni Kapogianni: Da die Rehabilitation mittels dentaler Implantate sehr kostenintensiv ist, ist die Compliance in diesen Fällen erstaunlich gut. Wir machen in unserer Praxis tatsächlich die Erfahrung, dass es bei der Planung und dem Durchlaufen des gemeinsamen Behandlungsweges einfacher ist, den Patienten auch von der Notwendigkeit der konsequenten Prophylaxe zu überzeugen. Ich empfehle im ersten Jahr eine Prophylaxebehandlung pro Quartal. Danach kann bei guter Mundhygiene das Intervall auf zweimal jährlich reduziert werden.

pip: Gibt es Situationen, in denen Sie statt einer Implantatversorgung auf alternative Restaurationen ausweichen?

Eleni Kapogianni: Nur in absoluten Extremfällen, beispielsweise bei sehr schwer erkrankten Patienten, die die Pflege der Implantate nicht leisten könnten beziehungsweise allein schon einer chirurgischen Intervention gar nicht standhalten könnten. Bei Bisphosphonat-Therapien nehme ich nur bei sehr strenger Indikationsstellung eine implantologische Rehabilitation vor und empfehle daher eher konventionellen Zahnersatz. Bei sehr starken Rauchern setze ich grundsätzlich keine Implantate. Ich weiß, dass es nach Studienlage kein stringentes Ausschlusskriterium mehr sein muss, möchte aber weder den Patienten noch meinen Behandlungserfolg diesem für mich klar erhöhten Risiko aussetzen.

pip: Welche Therapieansätze sind für Sie bei periimplantären Entzündungen am vielversprechendsten?

Eleni Kapogianni: Die beste Therapie ist es, erst gar keine Periimplantitis entstehen zu lassen. Wie bereits betont, ist bei vorliegender parodontaler Schädigung der Restbezahnung bei Patienten mit Implantaten ein ganz großer Schwerpunkt auf die fortlaufende Begleittherapie zu setzen. Parodontologische Konzepte können ja heute sehr elegant durch Unterstützung mittels lokaler Antibiotika wie zum Beispiel Ligosan Slow Release begleitet werden und stellen dann auch eine erheblich geringere systemische Belastung dar. Das (z. B. Ligosan) reduziert die Keimbelastung der Restbezahnung und minimiert klar das Risiko bei der implantologischen Versorgung. Das bedeutet aber auch, dass der Patient engmaschig parodontologisch ins Recall gebeten wird – und zwar lebenslang. Damit sind periimplantäre Entzündungen eigentlich sehr früh eruierbar und lassen sich dadurch vorausschauender und besser behandeln.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.