2009 brachte das Dentalunternehmen Kulzer das Lokalanästhetikum Sopira Citocartin auf den Markt, mit welchem es seine bereits damals umfangreiche Produktpalette im Bereich der Lokalanästhesie erweiterte. Als Komplettanbieter liefert das in Hanau ansässige Unternehmen Anästhetikum, Spritzen und Nadeln aus einer Hand.

Die aus dem lateinischen Begriff „sopire“ für „betäuben“ entlehnte Dachmarke fasst eine ganze Reihe von Produkten für die Lokalanästhesie im zahnmedizinischen Bereich zusammen. Die Sopira Produktpalette reicht vom Lokalanästhetikum über das größte Sortiment an Dentalkanülen bis hin zu verschiedenen Spritzen und bietet dem Zahnarzt eine Komplettlösung für die zahnärztliche Lokalanästhesie. Alle wesentlichen dentalen Lokalanästhesietechniken, von der minimalinvasiven intraligamentären Anästhesie bis hin zur Leitungsanästhesie lassen sich damit abdecken.

Bewährter Wirkstoff

Articain ist ein bewährter Wirkstoff, der über eine hohe Wirksamkeit und gute Gewebeverträglichkeit verfügt sowie eine niedrige Nebenwirkungsrate aufweist. In einigen Ländern der Welt stellt Articain den am häufigsten verwendeten Wirkstoff für die Lokalanästhesie dar. Meist wird er in Kombination mit einem vasokonstriktorischen Zusatz verwendet, wobei hier überwiegend Adrenalin zum Einsatz kommt. So liegt in Deutschland der Marktanteil für Articain bei 97 %, meistens in Kombination mit Adrenalin 1:200.000 oder 1:100.000 [1]. Auch das Lokalanästhetikum Citocartin setzt auf den bewährten Wirkstoff Articain in Kombination mit Adrenalin: Die je nach Darreichungsform auf 45 bis 75 Minuten begrenzte Wirkdauer lässt sich optimal an die individuellen Behandlungsbedürfnisse des Patienten anpassen, und die Wirkung setzt bereits nach wenigen Minuten ein.

ILA distal an der Wurzel des Zahnes 36.

Sanfter Stich – darauf kommt es an

Die beste Injektion ist die, die der Patient nicht spürt. Dabei sollen die gewebeschonenden Kanülen von Kulzer unterstützen: Ein dreifacher Facettenschliff für einen geringen Initialschmerz, eine Silikonbeschichtung für das optimale Gleiten durchs Gewebe sowie ein vergrößerter Innendurchmesser zur Reduktion des Injektionswiderstandes bei den Free Flow Kanülen (linke Abbildungen). Zudem gibt es speziell für die intraligamentäre Anästhesie Kanülen mit besonders kurzem Anschliff, um ein Abknicken der Nadel im Desmodontalspalt zu vermeiden.

Immer mehr Risikopatienten

Im Praxisalltag begegnen uns zunehmend ältere Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, aber auch Berufstätige, die nach der Zahnarztbehandlung möglichst schnell wieder ohne Einschränkungen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen. Gerade bei diesen Patienten bietet sich die intraligamentäre Anästhesie (ILA) zur lokalen Schmerzausschaltung an. Bei der ILA werden pro Zahnwurzel des zu anästhesierenden Zahnes nur 0,2 ml Lokalanästhetikum benötigt, so dass das Herz-Kreislauf-System minimal belastet wird. Die anästhesierende Wirkung setzt in der Regel nach ca. 30 Sekunden ein, d.h., sie beginnt praktisch ohne große Latenz und hält durchschnittlich ungefähr eine halbe Stunde an. Auf diese Weise können einzelne Zähne ohne ausgedehnte Betäubung des umgebenden Weichgewebes minimalinvasiv anästhesiert werden. Die gezielte Betäubung hält nur einen kurzen Zeitraum an und vermeidet ein im Anschluss an die Behandlung langanhaltendes Taubheitsgefühl.

Sopira Carpule Kanülen; (v.l.n.r.): Langschliff,
 Free Flow, Kurzschliff und Free Flow Nadel mit vergrößertem Innendurchmesser.


Die richtige Technik macht’s

Für die Durchführung der ILA empfiehlt sich ein spezielles ILA- Spritzensystem, wie z. B. die Sopira Citoject, die Verwendung von 30G Kanülen mit einer Länge von 12-16 mm, idealerweise mit speziellem Kurzschliff und ein Lokalanästhetikum, idealerweise mit Adrenalinzusatz.

Für die Injektion wird die Kanüle ca. 1-2 mm ins parodontale Ligament vorgeschoben (rechte Abbildung) und dann ca. 0,2 ml Lokalanästhetikum langsam (ca. 20 Sek) injiziert. Pro Zahnwurzel werden ca. 0,2 ml Lokalanästhetikum benötigt, wobei es sich empfiehlt die Injektionszeit bei der zweiten/dritten Wurzel leicht zu erhöhen. Auf diese Weise lässt sich eine schonende und „patientenfreundliche“ Lokalanästhesie verwirklichen.

[1] Halling F: Verbrauch dentaler Lokalanästhetika in Deutschland und im internationalen Vergleich. DZZ 2015;70(6): 426–32r