„Stell dir vor es ist online und keiner geht hin“, könnte man angesichts der inzwischen fast unüberschaubaren Vielzahl
 von Online-Fortbildungsmöglichkeiten denken. Entsprechend verhalten fiel die erste Reaktion auf die Ankündigung der Oral Reconstruction (OR) Foundation am Global Symposium in Rotterdam aus, künftig mit Medical Insights und deren Community Insights Dental zusammen zu arbeiten. pip sprach mit Insights-CEO Alexander Büch.

pip: Wieso muss jeder noch sein eigenes Portal eröffnen – würde es sich nicht empfehlen, wertige Inhalte mit bereits bestehenden Portalen zusammenzuführen?

Alexander Büch: Wenn Sie sich ein wenig intensiver mit uns beschäftigen, werden sie lernen, dass dies einer der Dienste ist, die wir unseren Mitgliedern anbieten. Insights hat seine Wurzeln in der Orthopädie, es wurde als globale Community für Orthopäden zum Entdecken, Sammeln und Teilen medizinischen Wissens erschaffen. Seit der Gründung dieser ersten Community haben wir diese Plattformen für drei weitere medizinische Spezialitäten etabliert. Dieses Konzept übertragen wir 1:1 auf die Zahnmedizin und haben als einen der ersten Partner die OR Foundation integriert. Sowohl die Teilnehmer des Symposiums als auch interessierte Zahnmediziner haben nun weltweit über unsere Plattform Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, Diskussionsforen, einem Austausch mit Expertenwissen und vielem mehr. Die Nutzung der Community Plattform ist kostenlos. Der Zugang ist über www.insights.md im Internet schnell und einfach möglich. Wir freuen uns auf das Feedback möglichst vieler neuer Mitglieder.

pip: … also genau das, was man auf vielen anderen Online-Communities auch findet …?

Alexander Büch: Sie sind ein bisschen voreilig. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Online-Kanälen bietet Insights Dental die Möglichkeit, das Angebot entsprechend des Ausbildungsstandes des Arztes und dessen professioneller Interessen maßzuschneidern. Insights Dental personalisiert den Continuous Professional Development (CPD)-Prozess des Arztes. Die Insights Algorithmen lernen dabei mit den Präferenzen des Arztes umzugehen, schlagen ihm Verbindungen zu Peers vor, geben ihm die Möglichkeiten Key Influencern und deren Kompetenz und Fachwissen zu folgen. Über die Plattform wird außerdem die Teilnahme an lokalen Gruppen und Study Clubs zum „privaten“ Austausch von Wissen und Meinungen ermöglicht.

pip: Schöne Grüße von der aktuellen DSGVO …

Alexander Büch: Ein Thema, welches wir sehr ernst nehmen. Wir wissen viel über unsere Community Member und diese wiederum wissen, was wir über sie speichern. Unsere Mitglieder haben die volle Kontrolle über alle Daten, die wir über sie speichern. In einem persönlichen Learning Record Store (LRS) beurteilen sie diese Daten und entscheiden individuell, welche Daten gelöscht und in Zukunft nicht mehr gespeichert werden sollen. Dieser persönliche Store gibt den Algorithmen von Insights Dental wichtige Hinweise zum impliziten Verhalten der Mitglieder.

pip: Wie das?

Alexander Büch: Nehmen wir einmal an, ein Mitglied von Medical Insights behandelt in seiner Praxis erst einen kleinen Teil seiner Patienten mit den Methoden der dentalen Implantologie, beschäftigt sich aber vermehrt mit Forschungen und Entwicklungen in diesem Bereich und konsumiert klinische Studien und Erfahrungsberichte. Aufgrund seines Profils und seines impliziten Verhaltens in der Community wird ihn Insights Dental mit den für ihn relevanten Inhalten versorgen, ihn mit Peers und Key Opinon Leadern in Verbindung bringen, die seinen Interessen entsprechen und ihm in naher Zukunft geschlossene Gruppen und Study Clubs empfehlen, die seinem Profil entsprechen.

pip: Nun werden wir doch neugierig.

Alexander Büch: Der Arzt steht im Zentrum – Insights Dental ist die offene Community von und für Zahnmediziner und Implantologen. Deren Prozesse des Continuous Professional Development (CPD) optimal zu unterstützen, ist dabei das Hauptziel. Im Bestreben, den internationalen Austausch optimal zu fördern, bietet die Plattform den Mitgliedern beispielsweise Möglichkeiten zum direkten Austausch in ihrer Muttersprache an. Die Übersetzungsdienste der Plattform stellen dabei die übergreifende Kommunikation sicher.

pip: Und was habe ich davon, mein eigenes Wissen preiszugeben?

Alexander Büch: Unsere Erfahrung zeigt, dass die Prozesse in den Communities in erster Linie nicht als „preisgeben“ aber vielmehr als „austauschen“ verstanden werden. Wir beobachten, dass dieser Austausch generell als Bereicherung empfunden wird. Aber tatsächlich gibt es bei Insights darüber hinaus noch einen Anreiz, sich aktiv in der Community zu betätigen, indem Sie nicht nur Ihr eigenes Interessengebiet definieren, sondern auch die darüber gesammelten Informationen wiederum teilen, damit zum Influencer werden und auf diese Weise zur Ausbildung der nächsten Generation beitragen.

pip: Wir entschuldigen uns für unseren leicht kritischen Einstieg – und bedanken uns herzlich für das Gespräch.