Von den Küsten der Levante, dem spanischen Festland, aus Großbritannien, der Schweiz, Frankreich, dem Mittleren Osten und Deutschland fanden sich Teilnehmer Anfang Mai auf Einladung der Tri Academy im sonnigen Ibiza zu einem zweitägigen Masterkurs mit Dr. Marius Steigmann ein. Der in der Literatur unerschütterlich sattelfeste Lehrmeister begeisterte in Theorie und Hands on-Praxis mit einer umfassenden Rundreise durch die Welt des Weich- und Hartgewebsmanagements.

Dank der bewusst begrenzt gehaltenen Teilnehmerzahl gewann die Veranstaltung rasch den Charakter einer intensiven Schulklasse: Dr. Steigmann klopfte mit gezielten Fragen und Provokationen den Wissens- oder bisweilen auch Irrtumsstand seiner Zuhörer ab und stieg auf dem entsprechenden Niveau in seine Ausführungen ein. „Es kommt darauf an!“, zog sich als roter Faden durch den gesamten theoretischen Teil, denn sowohl nach oralen Regionen, der dortigen Situation, der geplanten Behandlung und der zu verwendenden Materialien muss sorgfältig differenziert werden. Gleichwohl folgen gewisse Indikationen festen Regeln. „Weichgewebsmanagement ist Mathematik!“, forderte Dr. Steigmann die Beachtung von klar definierten Mindestabständen und Maximalhöhen ein. Vielen blind eingesetzten technischen Hilfsmitteln steht Dr. Steigmann skeptisch gegenüber: „Fallen Sie nicht der digitalen Krankheit anheim!“ Nicht Geräte oder Instrumente, sondern das Geschick und die Entscheidungskompetenz des Behandlers seien die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Im Gegenteil beobachte er inzwischen bisweilen „prothetisch induzierte Periimplantitis“, weil Behandler unreflektiert einem digital vorgegebenen Prozess folgten und dabei die Biologie der Gewebe vernachlässigten. „Ich lehre keine Techniken, sondern versuche Ihr Verständnis für die Biologie der Gewebe zu wecken!“

Vom „Warum“ zum „Wie“

Gewann viele neue Fans: Dr. Marius Steigmann.

Dr. Steigmann prüft zunächst alle vorliegenden Faktoren, nimmt aufgrund der Literatur und evidenzbasierten Grundlagen eine genaue Bewertung vor und trifft darauf basierend die klinische Entscheidung. Die Auswahl der Schnittführungstechniken lege bei vielen Eingriffen bereits die Grundlage für späteren Erfolg oder Misserfolg. Die temperamentvollen Ausführungen vom Umgang mit verschiedenen Biotypen über Augmentationstechniken in unterschiedlichen oralen Regionen, biologisch intelligente Schnittführungen, spannungsfreie Nahttechniken und Lappenbildung sowie die Verwendung diverser Materialien und Kombinationen für horizontale und vertikale Augmentationen, Gewebsverdickungen, Verbesserungen der Weichgewebselastizität und der keratinisierten Gingiva spickte Dr. Steigmann mit einer Vielzahl praktischer Tipps und Tricks. Mit umfangreichen und sehr detaillierten Falldokumentationen illustrierte Dr. Steigmann die vorangegangenen theoretischen Ausführungen. Wenn man die Biologie ausreichend beachte, könne es manchmal auch gelingen, ihr ein kleines Schnippchen zu schlagen. Der zweite Tag des Masterkurses zeigte zunächst Trainingsvideos verschiedener Naht- und Lappentechniken. „Wagen Sie sich nicht an eine komplexe vertikale Augmentation, wenn Sie zuvor nicht gelernt haben, sich richtig die Schuhe zuzubinden“, mahnte Dr. Steigmann das intensive Einüben der Basistechniken an. Anschließend hatten die Teilnehmer ausgiebig Gelegenheit, die Erkenntnisse Hands on am Schweinekiefer einzuüben. Statt mit einer gingen begeisterte Teilnehmer mit einem ganzen Sack voller „Take Home Messages“ zurück in ihre jeweilige Heimat. Die Schweizer Tri Dental Implants als innovativer Anbieter ästhetischer Produktlösungen hat sich eine Fangemeinde in 45 Ländern weltweit aufgebaut. Das umfassende Produktportfolio aus implantologischer Hardware und digitalen Systemlösungen begleitet der Hersteller mit einem sehr praxisorientierten Global Education Programme der eigenen Tri Academy. Die nächsten Termine können unter www.tri.swiss eingesehen werden.