Die Parodontologie schafft wesentliche Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung integrer Strukturen des Zahnhalteapparats. Schärfster Widersacher: Parodontitis. Wie lässt sie sich verhindern, stoppen, zurückdrängen? Praxisgerechte Antworten gibt es auf der Internationalen Dental-Schau (IDS), 12. bis 16. März 2019 in Köln.

Scaling and Root-planing, antimikrobielle Wirkstoffe, Mikrobiologie für die Diagnostik, berührungsfreie Laserschnitte etc. – die Parodontitis-Therapie ist ein Schwerpunktthema der IDS 2019. In den Messehallen werden bewährte und innovative Verfahren zur Parodontitistherapie und -prophylaxe präsentiert, u. a. Instrumentarium für Kontrolle, Nachsorge, Diagnostik etc. Dazu gehören z. B. Parodontalsonden aus unterschiedlichen Werkstoffen (z. B. Kunststoff, Karbon, Titan). Darunter finden sich druckkalibrierte Varianten, damit die Belastungsgrenze (= 20 Gramm) nicht überschritten wird. Für das klassische Scaling and Root-planing stehen Handinstrumente, Ultraschall- und Pulverstrahlsysteme zur Verfügung – spezielle ergonomische Ausführungen bieten eine therapiegerechte Anwendung. Lohnen wird sich auch ein Blick auf zierliche Ansätze, die ihre Stärken in der subgingivalen Instrumentierung ausspielen und auf niedrigabrasive Pulver für die Reinstrumentierung.

Software für das Therapiemanagement

Zudem werden aktuelle Softwareangebote vorgestellt. Diese können gegebenenfalls einen vollständigen Parodontalstatus mit Sondierungstiefen und Attachmentverlusten an bis zu sechs Stellen pro Zahn sowie eine Furkationsbeteiligung (differenziert nach Graden) und Veränderungen dokumentieren. Eine Schnittstelle zur regelmäßigen Einbestellung von Patienten stellt die enge Verbindung von Biofilm- und Recall-Management her.

Adjuvante Therapie und Diagnostik

Auf der IDS lassen sich auch die Möglichkeiten für die adjuvante Therapie begutachten, zum Beispiel lasergestützte Verfahren (z. B. photodynamische Therapie) und Immunmodulation (z. B. Probiotikagabe) sowie die Anwendung antimikrobieller Wirkstoffe (z. B. Chlorhexidin, Antibiotika). Zur besseren Einschätzung des Entzündungsgeschehens in Parodontaltaschen können die ausgestellten Bakterien- und DNA-Tests in Augenschein genommen werden, unter anderem Markerkeimtests. Hierzu gehören z. B. Porphyromonas gingivalis (PG), Tannerella forsythia (TF) und Treponema denticola (TD) sowie Aggregatibacter actinomycetemcomitans (AA). Für eine genaue Behandlungsplanung können das genetisch bedingte Parodontitis-Risiko bestimmt (Interleukin-1β-Polymorphismus-Test) oder Gewebedestruktionsprozesse bewertet werden (z. B. Test auf aktive Matrixmetalloproteinase-8 [aMMP-8] in der Sulkusflüssigkeit).

„Die IDS 2019 bietet von den diagnostischen Verfahren über die unterstützende Parodontaltherapie bis zur Parodontalchirurgie auf vielen Gebieten attraktive Innovationen“, betont Mark Stephen Pace, Vorstandsvorsitzender des VDDI. „So stehen dem zunehmenden Behandlungsbedarf im Bereich der Parodontitis immer wirkungsvollere Optionen zu Prävention und Therapie entgegen. Mit Produktneuheiten zum Anfassen und direktem Kontakt zu den jeweiligen Herstellern hält die IDS für alle Besucher einen echten Mehrwert bereit.“

Bild: IDS Cologne