Das Piezotome Cube von Acteon mit patentierter Newtron-Technologie bietet dem Anwender bei sehr einfacher Anwendung gleich eine Vielzahl klinischer Vorteile: Es schont das Weichgewebe, minimiert Knochenverluste und gestaltet den operativen Eingriff trotz beeindruckender Leistung weniger invasiv, für den Patienten schmerzfreier und mit konsequent geringeren Nebenwirkungen. Entsprechend wird auch der Heilungsverlauf deutlich verbessert, und es wurde eine Verdichtung des Knochens beobachtet. In Zeiten zunehmender Forderung nach atraumatischen Extraktionen rückt aber auch das spezielle Extraction Kit des Pieztome Cube in den Vordergrund. pip sprach mit Dr. Alexa van Schöll, die das Gerät seit über zwei Jahren in der Praxis in Essen einsetzt.

pip: Ein Piezo in einer Allgemeinpraxis – ist das nicht ein bisschen überpowert?

Alexa van Schöll: Nein, keineswegs. Ich bin zwar selbst auch implantologisch tätig, sehe aber bei meinen Kollegen in unserer Gemeinschaftspraxis immer öfter, dass sie sich nicht an gewisse Situationen ‚trauen‘ und dann an MKGler/Oralchirurgen überweisen. Immer häufiger wünschen sich gerade die ängstlichen Patienten ein Behandlungskonzept aus einer Hand und möchten nicht zu einem anderen Behandlergehen. Zum einen habe ich eine Verantwortung meinen Patienten gegenüber, sie bestens zu beraten und zu behandeln, andererseits ist es immer schade, den Patienten zu überweisen. Zahnentfernungen mittels Piezochirurgie (Piezotome Cube) sind atraumatisch, schnell und minimalinvasiv. Keine geschwollenen schmerzenden Wangen, Blutungen oder postoperativen Entzündungen, die am Ende noch eine Antibiotikagabe nach sich ziehen. Das Hart- und Weichgewebe wird erhalten, und somit ist die beste Ausgangssituation für eine anschließende Implantation geschaffen.

pip: Auf was bezieht sich jene Verantwortung für eine Weiterbehandlung?

Alexa van Schöll: Da ich selbst implantiere, weiß ich, dass der Wunsch der Patienten nach einer sofortigen Implantation immer mehr zunimmt und somit auch der Druck in den Praxen, eine solche zu ermöglichen. Die Behandlung mittels Piezotome Cube ist für den Patienten nicht nur schneller und angenehmer, sondern das umliegende Gewebe wird optimal erhalten und geschützt. Bei einer klassischen Osteotomie mit Entlastungsschnitten und rotierenden Instrumenten zerstört man die empfindliche und für den weiteren Verlauf erfolgentscheidende bukkale Lamelle. Natürlich ist es wichtig, im interdisziplinären Austausch mit den Kollegen zu bleiben, aber man sollte auch als nicht implantologisch tätiger Zahnarzt ein Auge für das ‚Backward Planning‘ und die präimplantologische Diagnostik entwickeln.

pip: Wie stellt sich die Behandlung mit dem Extraction Kit konkret dar?

Alexa van Schöll: Das Sortiment des Piezogerätes (Piezotome Cube) wird durch sechs spezielle Spitzen-Ansätze erweitert, sodass auch schwierige Extraktionen von mehrwurzeligen oder wurzelkanalbehandelten Zähnen oder aber auch retinierten Weisheitszähnen unter Schonung des umliegenden Gewebes möglich sind. Es ist vorteilhaft, diese Fälle nicht an den MKGler überweisen zu müssen, das bindet die Patienten und schafft Vertrauen. Die Handhabung ist relativ simpel: die Spitzenansätze werden entlang der Wurzel bis zur Spitze vorgeschoben und dann wieder zurückgezogen. Handelt es sich um geneigte Zähne oder besonders bauchige bukkale oder linguale Bereiche des Zahns, werden die Spitzen ganz einfach getauscht und es wird eine mit abgewinkelter Schneidekante verwendet. Manuell am Gerät werden die Knochenstärke D1-D4 des Patienten sowie die Spülmenge gewählt. Die selektive Schnittführung schont das Weichgewebe und löst den Zahn ganz sanft aus dem Alveolarfach.

pip: Welche Resonanz erleben Sie bei Ihren Patienten?

Alexa van Schöll: Niemand freut sich auf den Termin, wenn ihm ein Zahn entfernt werden muss oder ein anderer größerer Eingriff wie ein externer Sinuslift ansteht. Viele kennen es aus eigener Erfahrung oder aus dem Umfeld: schmerzhaftes Heraushebeln von Zahnstücken, die lauten Geräusche der Knochenfräsen und die Schmerzen. Dank der deutlich verbesserten Injektionsnadeln sind schon Anästhesien mittlerweile aber nicht mehr so furchteinflößend. Mittels der Piezochirurgie kann man sogar eine notwendige Zahnentfernung trauma- und angstfrei gestalten. Ich erlebe in meiner Praxis durchweg sehr erleichterte und zufriedene Patienten. Häufig werde ich nach einer zweiminütigen Extraktion überrascht gefragt: ‚Wars das etwa schon?‘ Patienten müssen keine Antibiotika einnehmen und werden nicht krankgeschrieben. Sie sind direkt wieder einsatzfähig, gehen am selbigen Tag sogar zu Abendveranstaltungen, da sie sich wohl fühlen und keine geschwollene bläulich verfärbte Wange oder Schmerzen haben. Diese zufriedenen und überzeugten Patienten vertrauen mir, kommen gerne wieder und erzählen auch meist sehr begeistert ihrem Umfeld von der Behandlung. Diese positiven Berichte generieren dann natürlich auch neue Patienten!

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.