Liebe Leserin, lieber Leser,

Louis Washansky überlebte 1967 die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation ganze 18 Tage – dafür käme sein Chirurg Herr Prof. Dr. Christiaan Barnard heute wahrscheinlich ins Gefängnis, zumindest müsste er sich hochnotpeinlich für diesen offensichtlichen Misserfolg verantworten.

Daran muss ich immer denken, wenn eine besondere Technik oder Vorgehensweise als „Best Practice“ vorgestellt wird. Es mag und wird hoffentlich „Good“, meinetwegen auch „Excellent Practice“ sein, bei allem bleibt es aber doch ein Schnappschuss der Entwicklung. In der dentalen Implantologie muss man nicht einmal bis 1967 zurückgehen, um Implantat-Formen oder Behandlungsprotokolle zu finden, die nach heutigem Kenntnisstand mild als „abenteuerlich“ zu bezeichnen wären. Und doch haben sie oft in aussichtslosen Fällen Funktionen wiederherstellen können und entscheidend zur Entwicklung des heutigen sehr erfolgreichen Niveaus beigetragen.

Dem Zahnarzt fundierte Entscheidungsgrundlagen an die Hand zu geben, war vor fast zehn Jahren die Kernidee zu pip und ihrem wissenschaftlichen Herzstück „kurz & schmerzlos“. Es zeichnet die dentale Implantologie jedoch aus, im Rahmen ethischer Vorgaben und auf der Grundlage solider und abgesicherter Kenntnisse auch immer wieder neue und unkonventionelle Wege zu gehen. Genau das macht Ihr Arbeitsgebiet so lebendig.