Beim Deutschen Zahnärztetag Mitte November startete offiziell die Amtszeit des neuen DGZMK-Präsidenten Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang (Uni Kiel). Zum Amtsantritt sprachen wir mit dem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen über seine Pläne und die Bedeutung der Imnplantologie in der Zahnmedizin.

Herr Professor Wiltfang, mit Ihnen wird ein MKGler zum amtierenden Präsidenten der DGZMK. Wie sehen Sie die Fachdisziplinen der Oralchirurgie und Implantologie aufgestellt? Wo sehen Sie die zukünftige Entwicklung der Implantologie in den Zahnarztpraxen? Geht der Weg zum implantierenden Generalisten oder zum reinen Spezialisten, der implantiert?

Jörg Wiltfang: Die dentale Implantologie hat einen festen Stellenwert in der zahnärztlichen Versorgung und wird in der Regel in den meisten Zahnarztpraxen entsprechend angeboten. Nun kann die fünfjährige Ausbildung in den Universitäten das gesamte Spektrum der Implantologie nicht abdecken und die Kolleginnen und Kollegen sind u. a. darauf angewiesen, sich nach Abschluss ihres zahnmedizinischen Studiums weiter zu qualifizieren. Das Angebot hier ist umfassend. Die Implantatinsertion in den ortständigen Knochen ist in der Regel gut durchführbar, nimmt der Schwierigkeitsgrad aber zu und sind umfangreiche Augmentationen des Kieferknochens notwendig, reichen die Kenntnisse, die im Rahmen der curriculären Weiterbildung erworben wurden, in der Regel nicht aus. Hier sind chirurgische Fertigkeiten gefragt, die in der Regel erst durch eine Facharzt-, bzw. Fachzahnarztausbildung vermittelt werden können.

Eines Ihrer Ziele als DGZMK-Präsident ist die bessere Vernetzung der Strukturen. Wo sehen Sie hier insbesondere Verbesserungspotential?

Jörg Wiltfang: : Mein Vorgänger im Amt, Professor Frankenberger, hat seine Präsidentschaft unter den Slogan „Es gibt nur eine Zahnmedizin“ gestellt. „Nur zusammen sind wir stark“ ist meine Ergänzung. Ich denke, dass wir zusammen mit unseren Körperschaften auf einem sehr guten Weg sind, um die Interessen der Berufsgruppen aber insbesondere auch die Interessen der sich uns anvertrauenden Patientinnen und Patienten durchsetzen können.

Auch das Thema Digitalisierung haben Sie als eines Ihrer Haupthemen formuliert. Welche Chancen sehen Sie in der Zahnmedizin durch die Digitalisierung, insbesondere in der Implantologie. Und welche Gefahren gibt es auch möglicherweise?

Jörg Wiltfang: Die Digitalisierung bietet hervorragende Möglichkeiten, um unsere Patientenbehandlung noch sicherer und zukunftsfähig durchführen zu können. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die letzte Verantwortung für unser Tun in unseren Händen liegt. Die Verantwortung wollen und können wir nicht abgeben. Denken Sie immer daran, dass das DVT nicht den Patienten operiert.