Das Novaloc Retentionssystem zeichnet sich durch viele Eigenschaften aus, die über die bisher verfügbaren Lösungen für Hybridzahnersatz hinausgehen. Novaloc Abutments werden dabei mit den Thommen Medical Implantat-Linien Spi Element und Spi Contact verwendet, um Deckprothesen oder partielle Deckprothesen zu verankern. Zahntechniker Patrick Wälchli erläutert im Fachgespräch mit pip die Details.

pip: Was sind die Indikationen des neuen Novaloc Retentionssystems?

Patrick Wälchli: Das Novaloc Retentionssystem ist ein konfektioniertes Verbindungselement zur Fixierung von abnehmbarem Zahnersatz auf Implantaten in Verbindung mit Abutments. Die Novaloc Abutments werden dabei mit den Thommen Medical Implantat-Linien Spi Element und Spi Contact verwendet, um Deckprothesen oder partielle Deckprothesen zu verankern.

pip: Welche Vorteile bietet das System?

Patrick Wälchli: Das Novaloc Retentionssystem zeichnet sich durch viele Eigenschaften aus, die über die bisher verfügbaren Lösungen für Hybridzahnersatz hinausgehen z. B. die einfache Anwendung, die Verwendung des innovativen PEEK-Materials sowie eine verbesserte Verschleißbeständigkeit und dadurch auch ein gesteigerter Patientenkomfort. Außerdem erleichtern die sehr einfach anzuwendenden Instrumente zusätzlich die zahntechnische und zahnärztliche Anwendung. Man merkt sofort, dass das Novaloc-Anwenderequipment für den Zahnarzt und den Zahntechniker praxisbezogen entwickelt und mit allen nötigen Systemkomponenten und Hilfsinstrumenten ausgestattet wurde.

pip: Sie sprechen davon, dass das PEEK-Material besonders verschleißbeständig ist. Wie sieht es mit der Plaque-Affinität aus?

Patrick Wälchli: Dies ist natürlich eine Frage, für die sich Zahntechniker und Zahnärzte immer interessieren. Die Plaque-Affinität von PEEK ist äußerst gering. Das ist ein großer Vorteil. Gerade im Vergleich zu handelsüblichen Retentionseinsätzen aus Nylon schneidet PEEK bezüglich Plaque-Affinität viel besser ab. Zudem nimmt PEEK kaum Wasser auf, somit entstehen auch keine unangenehmen Gerüche, was wiederum den Tragekomfort steigert.

pip: Welche Konstruktionsmerkmale weisen die Novaloc Matrizen und Abutments auf?

Patrick Wälchli: Sie bestehen aus einem Gehäuse, wobei man zwischen Titan oder PEEK wählen kann, und sechs austauschbaren Retentionseinsätzen aus PEEK. Diese sind unterschiedlich farbcodiert – je nach gewünschter Abzugshärte. Die Novaloc Abutments sind außerdem in unterschiedlichen Gingivahöhen und Abwinkelungen erhältlich, um dem individuellen Bedarf des Patienten zu entsprechen und um mit den Plattformen Ø 3,5 bis 5 mm der Thommen Implantatlinien kompatibel zu sein.

pip: Wer bietet das System auf dem Markt an?

Patrick Wälchli: Zurzeit bietet Thommen Medical neben Straumann als einziger das Novaloc Abutment als Original-Implantat-Hersteller an. Neben dem Novaloc Abutment sind aber auch die Zest Lo- cator Abutments kompatibel zum Implantatsystem von Thommen Medical. Auch Drittanbieter bieten das Novaloc Retentionssystem für verschiedene Implantatsysteme an, jedoch nicht für Implantate von Thommen Medical.

pip: Gibt es weitere Besonderheiten des Systems?

Patrick Wälchli: Speziell wegen der Konstruktion des Retentionseinsatzes und des Materialeinsatzes von PEEK sind mit der Novaloc Matrize auch Versorgungen bei mehreren divergenten Pfeilerpositionen zueinander ohne Verschleißerscheinungen der Retentionseinsätze möglich. Der zwischen der Matrize und dem Retentionseinsatz konstruierte Dilatationsbereich ermöglicht ein stressfreies Ausdehnen des Retentionseinsatzes und erhöht dadurch die Lebensdauer wesentlich.

pip: Bis zu welcher Divergenz kann das Novaloc System zur Anwendung kommen?

Patrick Wälchli: Das System bietet die Möglichkeit den Zahnersatz bei bis zu 70° Implantat-Divergenz einzugliedern, das heißt die abgewinkelten Abutments können zum Ausgleich von Divergenz- Winkeln der Implantatachsen von bis zu 35° verwendet werden.

pip: Vielen Dank für die interessanten technischen Details und für das Gespräch.