Über das EAP Abutment, EAP steht für Extended Anatomic Platform, als den „neuen Goldstandard für Abutments“ hat pip bereits mehrfach berichtet. Heute interessiert uns nicht die klinische, sondern die zahntechnische Performance im Labor und in der Zusammenarbeit mit der Praxis. Die Dentaltechnik Krönert, Giess und Stepanic GmbH in Denkendorf hat bereits einige Erfahrungen mit EAP.

pip: Wo liegen für Sie als Zahntechniker die Vorteile des EAP-Abutments ?

Boris Stepanic: Ganz kurz gesagt wird mit dem EAP-Abutment alles schneller, einfacher, sicherer und hoch ästhetisch. Die Möglichkeit der Ausformung eines patientenindividuellen Emergenzprofils ist nicht nur chirurgisch, sondern vor allem auch prothetisch relevant. Wir sind mit EAP in der Lage, eine 1:1-Kopie des verloren gegangenen Zahns zu gestalten. Mit dem EAP-Abutment lassen sich ausgezeichnet Implantatachsen ausgleichen – kommt etwa der Schraubenkanal des Implantats zu weit bukkal heraus, kommen wir durch die Abwinkelung trotzdem prothetisch perfekt okklusal hin. Da die Oberfläche des Abutments seitens des Herstellers bereits perfekt definiert ist, fallen auch aufwendige Nacharbeiten völlig weg. Beim EAP-Abutment befindet sich hinter dem Titan ja die Keramik, damit ersparen wir uns auch Add-on-Brände an den Kronenrändern. Das gemeinhin immer heikle Thema der Gingivahöhe spielt ebenso keine Rolle mehr. Und durch den patentierten EAP-Federrand gelingt ein perfektes Verkleben und damit ein maximal biokompatibler Effekt. Ästhetisch durften wir auch beobachten, dass durch die gelbe Anodisierung des Abutments nicht nur das Weichgewebe besser aussieht, sondern auch die Krone einen wärmeren Farbton annimmt als bei konventionellen Titan-Abutments. Es macht richtig Spaß, wenn sich die von uns im Labor aufwendig ausgearbeitete Farbgebung der Krone im Mund sehr gut integriert.

pip: Bedarf es zur Bearbeitung der EAP Abutments besonderer Soft-oder Hardware im Labor?

Boris Stepanic: Nein, wir können arbeiten wie gewohnt. Es bedarf weder Investitionen in Soft- oder Hardware noch einer grundlegenden Veränderung unserer bewährten Arbeitsweise. Das EAP-Design erfolgt bei uns am PC, dann gehen die Daten in die EAP-Manufaktur nach Hall in Tirol und innerhalb kürzester Zeit erhalten wir das fertige EAP-Abutment. Natürlich muss man sich – wie immer – auf das neue Produkt einlassen und sich ein bisschen darin ein- fuchsen, um auch all die Vorteile herauszuarbeiten, die es potenziell bietet. Wichtig für uns als Labor ist auch, dass das EAP-Abutment mit allen gängigen Implantatsystemen kompatibel ist.
Abutment

pip: Wie verhindern Sie, dass beim Nacharbeiten die goldfarbene Anodisierung beschädigt wird?

Boris Stepanic: Es gibt verschiedene Wege, die wir probiert haben. Wir haben unter dem Mikroskop versucht, den Titanrand nicht zu beschädigen. Das ist natürlich nicht wirklich zeiteffizient und auch kaum zu realisieren. Mit dem EAP-Abutment haben Kunden Zugang zu Knowhow, wie man diese Anodsierung mit einfachen Mitteln wieder herstellen kann. Das geht sehr einfach, sicher, ungiftig und schnell. Abgesehen davon, kann es vorkommen, dass sich die Gingivaverhältnisse und somit der Präparationsrand ändert und es einer Korrektur bedarf. Das ist, wie bereits erwähnt, mit dem EAP-Abutment leicht möglich. Auch die Titanhülle kann nach dem Verkleben der Krone schnell reduziert und aufpoliert werden.
 

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.

pip: Gibt es Besonderheiten in der Zusammenarbeit mit der Zahnarztpraxis?

Boris Stepanic: Das EAP Abutment ist erneut ein guter Beweis, wie exzellente prothetische Ergebnisse von der erfolgreichen Teamarbeit zwischen Praxis und Labor abhängen werden. Das volle Potenzial dieses Abutments entwickelt sich durch die perfekte Absprache schon in der Planung. Wir dürfen mit Freude sagen, dass die meisten unserer zahnärztlichen Partner diesen Weg bereits gehen. Die Absprache mit den Behandlern ist auch von unserer Seite wichtig: Wir weiten auf dem Modell das Zahnfleisch für das EAP-Abutment in Absprache mit dem jeweiligen Behandler auf. Zur Eingliederung der EAP-Abutmentkrone muss in der Praxis ein Entlastungsschnitt erfolgen, damit sich das Weichgewebe danach perfekt anschmiegen kann. Diese Informationen des idealen Workflows können unkompliziert und auf direktem Weg mit dem Team um Prof. Dr. Mario Kern besprochen werden. Wir freuen uns, unseren Partner-Zahnärzten dieses innovative Produkt anbieten zu können.
 

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.