Nach der Trennung der operativen Praxistätigkeit von der MVZ-Gruppe KonfiDents behandelt Dr. Ralf Masur nun in der Gemeinschaftspraxis mit seiner Frau Katja Masur im 2. Obergeschoss seines eigenen Klinik-Gebäudes in Bad Wörishofen und ist zudem Inhaber der Masur Zahnärzte MVZ 1 GmbH mit 8 Standorten in Süddeutschland. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Veranstaltung seines beliebten Symposiums am 20.10. im Forum Mindelheim. Wie sehen die nächsten Pläne aus, wollte pip wissen.

pip: Offensichtlich haben Sie sich sehr schnell neu organisiert und aufgestellt?

Ralf Masur: Meine Frau betreibt mit mir als Dr M MVZ GmbH in unserem Zahnärztehaus in Bad Wörishofen eine größere Zahnarztpraxis, in der ich meine eigene implantologische Tätigkeit unmittelbar fortführe. Aufgrund meines eigenen Praxisnetzwerkes der Masur Zahnärzte MVZ1 GmbH mit 8 süddeutschen Standorten – zwei in Augsburg, und jeweils eines in Ulm, Kaufbeuren, Kempten, Marktoberdorf, Fischen und Bad Wurzach – und anderen Standorten in Deutschland bin ich seit Jahren sehr gut darin geschult, operative Abläufe schnell und standardisiert zu implementieren. Somit stehe ich praktisch ohne jede Unterbrechung allen Patienten und Überweisern wie gewohnt zur Verfügung.

pip: Wie verhält es sich mit einigen der Neuentwicklungen, die Sie in Vorbereitung hatten?

Ralf Masur: Aufgrund meiner 25-jährigen Praxistätigkeit, dem eigenen Praxisnetzwerk sowie zahlreichen Vorträgen und Kursen auch vor internationalen Meinungsbildnern und `Heavy Usern`, konnte ich ein sehr gutes Gespür für die Wünsche und Bedürfnisse von implantologisch tätigen Kollegen und deren Patienten entwickeln. Die Analyse der implantologischen Anwendungen von heute zeigt allgemein zwei Probleme: Periimplantitis und die – zukünftige – Neuversorgung alter im Sinne von bestehender Implantatversorgungen. Für beide Probleme wäre es sehr wünschenswert, eine biologische und antibakterielle Wirkung auf den Implantat- und Abutmentoberflächen zu erzielen und nutzen zu können. Ein anderes Ziel war, gleichzeitig eine antibakterielle und keramische Versiegelung für den sehr erprobten Werkstoff Titan zu erhalten, und parallel durch das Keramik-Coating als biologische Versiegelung auch eine weissliche Farbe als ästhetische Optimierung der dunkelgrauen Farbe des Titans zu ermöglichen. Beides scheint nun, basierend auf den intensiven klinischen Untersuchungen und Erfahrungen des biocer-Systems von Dr. Repenning, mit seiner Expertise und unseren Patenten gelungen. Die aktuellen Entwicklungen haben die Zusammenarbeit mit den bekannten Marktführern ein wenig verzögert.Mein Geschäftspartner in diesem Entwicklungsbereich hat durch langjährige Tätigkeit beim heute zur Straumann Group gehörenden Hersteller Maxxon eine große Expertise im Bereich des Zirkonspritzgusses für dentale Zwecke. Diese Technologie hat sich in Verbindung mit dem fachlichen Know How und einem entsprechenden Protokoll als überlegen erwiesen.

pip: Planen Sie Ihr in der Region sehr anerkanntes und beliebtes Symposium als Präsenzveranstaltung, und was werden die zentralen Inhalte sein?

Ralf Masur: Tatsächlich ist die Nachfrage und Resonanz auf unser Symposium überwältigend. Nach nur wenigen Tagen erfolgten bereits ca. 125 Anmeldungen, was das Format, die Inhalte und den Wunsch nach Präsenzveranstaltungen, einer kollegialen Atmosphäre und dem direkten Austausch unter Kollegen bestätigt. Natürlich stehen die praktischen Erfahrungen und der offene und kritische Austausch sowie v.a. der Nutzen für den praktischen Alltag von Zahnarzt/in, Zahntechniker/in und des gesamten zahnärztlichen und zahntechnischen Teams im Vordergrund. Alles ordnet sich dabei einem umfangreichen, strengen Hygienekonzept und der Einhaltung entsprechender Abläufe unter. Ein Buffet ist daher z. B. nicht möglich. Ich bin begeistert, dass so erfahrene und begabte Referenten wie MSc/ MBA Andrea Stix , Dr Marcus Striegel , ZTM Jörg Stuck und meine Partner der Masur Zahnärzte MVZ1 wie Dr. Michael Dure, meine Frau Katja als MSc KFO und Dr. Georg Schnatterer das Programm so spannend gestalten und mitwirken. Natürlich nehmen wir Stellung zu aktuellen Entwicklungen und halten auch mit meinen eigenen Neuentwicklungen einen Ausblick in die zahnmedizinische Zukunft

pip: Es sind unruhige Zeiten, um das 25-jährige Praxisjubiläum einer Marke wie der Ihren zu begehen…

Ralf Masur: Ich stehe für die von mir gelebten Werte aus diesen 25 erfolgreichen Jahren Praxistätigkeit – jetzt und auch in Zukunft. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und das kollegiale Miteinander für das angestrebte, beste Patientenergebnis sind meine Basis. Dabei noch Berufsfreude, gemeinsamen Spaß und Wertschätzung zu empfinden, sehe ich als Geschenk. Erst vor einer Woche durfte ich einen Patienten meines geschätzten Kollegen und Freundes Dr. Peter Roth erneut implantieren, der bereits vor 18 Jahren als Mitte 30-jähriger von uns gemeinsam versorgt wurde. Wenn dann in der Umgebung eines naturgesunden Gebisses die erfolgte implantologisch prothetische Versorgung mit vier Einzelkronen im Oberkiefer auch im parodontologischen Umfeld nicht erkennbar ist und der Patient vor der OP um ein Selfie mit dem Implantologen bittet, dann ist dieses Gefühl des zahnärztlichen Wirkens nicht zu toppen. In diesem Sinne empfinde ich auch die Begegnung mit den Patienten und den Zahnärzten, die mir über die letzten 25 Jahre Praxistätigkeit Ihr Vertrauen schenkten und über 50.000 selbst gesetzte Implantate ermöglichten, als ein ganz besonderes Geschenk, das in unruhigen Zeiten immer ein stabiles Fundament des Vertrauens bietet.

Herzliches Danke für Ihre Zeit und dieses Gespräch!

Masur

Klinische Situation 18 Jahre nach implantatprothetischer Versorgung

(Chirurgie: Dr. Ralf Masur, Prothetik: Dr. Peter Roth)

Masur
Röntgenbild 18 Jahre nach implantatprothetischer Versorgung
Masur

Selfie mit dem glücklichen Patienten 🙂